Liebe Leserinnen und Leser,
Einen wunderschoenen total lahmarschigen Sonntag wuensche ich euch. Heute bin ich zu nix gekommen. Hier ist nichts los, ausser dass Damian verkatert im Bett liegt und die restlichen Jungs unten viel zu laut Fernseh schauen. Totaler Gammeltag. Wie ich so etwas hasse. Totale Zeitverschwendung. Das wusste schon Sven Regener als er den Songtext zu "Michaela sagt" schrieb: "Michaela sagt, sie kann Sonntage nicht leiden, denn da treiben alle Leute so wie Quallen durch den Tag"
Noch nicht mal lesen konnte ich, denn das Buch aus der Buecherei ueber die Geschichte Australiens verliert schon beim blossen Anschauen seine Seiten und eine Gebuehr fuer Verwahrlosung geliehener Buecher kann ich grade nicht gebrauchen.
Was gibt es sont noch so spannendes in meinem Leben? Die Uni hat begonnen. Donnerstag war mein erster Tag. Zwar war es nur ein Informationstag, aber immerhin. Wir internationalen Studenten wurde darueber aufgeklaert, wer Kevin Rudd ist, wie man Feuermelder benutzt und, dass es in Australien nicht gern gesehen wird, dass man sich in der Oeffentlichkeit die Nase putzt. Aha.
Danach gab es verschiedene Informationslesungen ueber die einzelnen Kurse die man waehlen kann, welche Kombinationen es gibt usw. Nach dem ersten Tag rauchte mein Kopf, denn ich konnte nicht all das waehlen, was ich mir vorgenommen hatte. Die Uni hat ein neues System eingefuehrt, in dem die Studenten auch Kurse ausserhalb ihres Bereiches absolvieren muessen, damit sie ihren Horizont erweitern. Das ist totaler Quatsch, denn jetzt verschwende ich Zeit und Geld damit mir sinnloses Gelaber ueber Globalisierung, Marketing und Demokratie anzuhoeren, anstatt Shakespeare im Englischen Literaturkurs zu geniessen. Naja, wenigstens konnte ich meinen Deutsch- und LInguistikkurs waehlen. Waer ja auch zu schoen gewesen, wenn das nicht ginge.
Die naechsten zwei Wochen, werd ich auf jeden Fall auch andere Kurse anschauen und gucken, wie weit ich alles umwaehlen kann.
Naechste Woche habe ich Ersti-Woche, eine Woche voller Spass, Spiel und Alkohol. Das wird ein Spass, wenn die kleinen 17-jaehrigen Australier richtig Alkohol trinken und mir die Schuhe vollkotzen. Aber das werd ich wohl auch ueberleben.
So, was laeuft in Sachen Wohnungssuche? Alles geklaert, wir ziehen aus.
Nachdem hier jetzt 7 Leute wohnen und am Mittwoch noch 2 dazu kommen (insgesamt 7 Jungs gegen 2 Maedels), kann ich es nicht mehr abwarten auszuziehen. Damian geht es genauso. Den ganzen Tag ueber ist der Fernseher an, alles ist dreckig, morgens hab ich ganze 10 Minuten im Bad. Wir haben es aufgegeben, eine passende Wohnung zu suchen, da alle Angebote noch zu teuer waren. Zum Glueck zieht gerade jemand aus unserem Freundeskreis aus einer 3er WG aus und wir ziehen ein. Das heisst zwar, dass wir nicht alleine wohnen, aber dafuer mit einem befreundeten Paar, dass Damian schon seit 20 Jahren kennt und die wirklich furchtbar nett sind. Darueber hinaus putzen sie auch ab und zu mal das Klo.
Wir werden in circa drei Wochen erst einmal in das kleinste Zimmer ziehen, vorruebergehend bis der andere ganz ausgezogen ist und wir das groessere Zimmer bekommen. Ich werd auch viel Platz haben einen Schreibtisch unterzubringen und die Uni kann ich innerhalb einer halben Stunde mit dem Fahrrad erreichen. Ich bin so froh, dass es endlich geklappt hat.
Gestern hat Dame mich ueberrascht. Wir packten Sachen fuer ein Picknich und natuerlich eine Flasche Wein und fuhren in die Stadt in den Botanischen Garten. Ich dachte, wir machten ein normales Picknich, aber ploeztlich sah ich hunderte von Leuten, die, genauso bepackt wie wir, in die gleiche Richtung liefen. Und dann kamen wir auch noch in einer Art Open Air Konzerthalle an, eigentlich eine riesige Freilichtbuehne, wo Menschenmassen gemuetlich am Hang auf Picknickdecken sassen und zur Buehne schauten. Ich hatte immernoch keine Ahnung, was hier vor sich ging, bis Damian mir das Programmheft gab. Jedes Jahr gibt es eine Reihe von Konzerten fuer lau und gestern sollte das Melbourne Symphonic Orchestra spielen.
Es war eine richitg coole Atmosphaere, leider konnten wir keinen guten Platz ergattern, sassen also auf unserer Decke und konnten die Buehne nicht sehen. Als es jedoch losging, wurde alles still und wir lauschten gemuetlich den Klaengen von Schubert, waehrend langsam die Sonne unterging. Ach, war das schoen und das ist auch der Grund warum ich Melbourne so liebe. Da treffen sich Freunde im Park auf einer Picknickdecke und haben einfach Spass dabei, an einem Samstag Abend klassische Musik zu hoeren. Wie toll.
So, es gibt jetzt Shepherds Pie, irgendso ein kulinarisches Ueberbleibsel englischer Kolonialherren. Wir Zeit, dass ich mal wieder Schweinbraten mache.
Liebe Gruesse an alle
Ps: Sofia, du darfst natuerlich trotzdem bei uns pennen :)
22 Februar 2009
16 Februar 2009
Darf ich vorstellen:
Marina, die Hausfrau!
Neulich hab ich also selber Spaetzle gemacht, das war mir aber nicht genug an deutschen Koestlichkeiten. Es musste noch mehr sein, denn australische Koestlichkeiten gibt es eigentlich nicht. Mir war schon seit Tagen nach Quark, also suchte ich im Internet nach Rezepten und fand eins aus Milch und Buttermilch. Die kippte ich also zusammen und lies sie 2 Tage lang draussen stehen. Die Jungs waren alle sehr argwoenisch "Hat dir deine Mama nicht gesagt, dass man Milch nicht in die Sonne stellt?" Aber ich lies mich nicht beirren und lies die Bakterien schoen wachsen. Heute konnte ich es endlich aufmachen und war erstaunt, es hatte wirklich funktioniert. Ich kippte alles in mein neues Kaesetuch und lies es fuer 12 Stunden haengen. Das Ergebnis war sehr zufriedenstellend. Es war ein wenig sauer und noch zu fluessig, war eher also saure Sahne, aber es schmeckte gut auf Toast mit Honig. Also wie zu Hause. Morgen werd Kaesekuchen machen. Juhuu.
Sonst gibt es eigentlich nur zu erwaehnen, dass Damian und ich grade nach Wohnungen suchen, es sehr langsam laeuft, denn die guten Wohungen wurden schon von den ollen Studenten besetzt. Ich hab zwar schon die perfekte Wohung gefunden, leider ist die nach Damians Geschmack etwas weit weg und leider auch hart an der Preisobergrenze. Mal schauen, was sich noch tut, wir haben es ja nicht eilig mit dem Umziehen. Aber bald werden bei uns neun Leute wohnen, verteilt auf 3,5 Zimmer und zwei Baeder und ich weiss jetzt schon, dass mir das gewaltig gegen den Strich gehn wird.
So liebe Leute, ich wuensche euch eine gute Nacht und hofft alle mit, dass ich nach all dem Quarkzeug nicht morgen den ganzen
Tag auf Toilette verbringen muss. Machts gut.
Neulich hab ich also selber Spaetzle gemacht, das war mir aber nicht genug an deutschen Koestlichkeiten. Es musste noch mehr sein, denn australische Koestlichkeiten gibt es eigentlich nicht. Mir war schon seit Tagen nach Quark, also suchte ich im Internet nach Rezepten und fand eins aus Milch und Buttermilch. Die kippte ich also zusammen und lies sie 2 Tage lang draussen stehen. Die Jungs waren alle sehr argwoenisch "Hat dir deine Mama nicht gesagt, dass man Milch nicht in die Sonne stellt?" Aber ich lies mich nicht beirren und lies die Bakterien schoen wachsen. Heute konnte ich es endlich aufmachen und war erstaunt, es hatte wirklich funktioniert. Ich kippte alles in mein neues Kaesetuch und lies es fuer 12 Stunden haengen. Das Ergebnis war sehr zufriedenstellend. Es war ein wenig sauer und noch zu fluessig, war eher also saure Sahne, aber es schmeckte gut auf Toast mit Honig. Also wie zu Hause. Morgen werd Kaesekuchen machen. Juhuu.
Sonst gibt es eigentlich nur zu erwaehnen, dass Damian und ich grade nach Wohnungen suchen, es sehr langsam laeuft, denn die guten Wohungen wurden schon von den ollen Studenten besetzt. Ich hab zwar schon die perfekte Wohung gefunden, leider ist die nach Damians Geschmack etwas weit weg und leider auch hart an der Preisobergrenze. Mal schauen, was sich noch tut, wir haben es ja nicht eilig mit dem Umziehen. Aber bald werden bei uns neun Leute wohnen, verteilt auf 3,5 Zimmer und zwei Baeder und ich weiss jetzt schon, dass mir das gewaltig gegen den Strich gehn wird.
So liebe Leute, ich wuensche euch eine gute Nacht und hofft alle mit, dass ich nach all dem Quarkzeug nicht morgen den ganzen
Tag auf Toilette verbringen muss. Machts gut.
09 Februar 2009
Waldbraende in Victoria
Zu allererst: Mir geht es gut. Zwar sind in ganz Victoria ueberall Waldbraende, die kommen aber nicht so dicht an Melbourne ran. Trotzdem ist die Lage schlimm. Im Moment brennen noch 27 Feuer und 134 Leute sind gestorben. Viele Stadte sind komplett abgebrannt, auch der Ort, wo Damian und ich letztes Jahr noch im Urlaub waren. Unseren damaligen Bed & Breakfast Vermietern ist nichts passiert, wir haben sie im Fernsehen gesehen, wie sie durch die verbrannten Ruinen liefen.
Woodend, wo die Jungs herkommen und ihre Eltern noch wohnen, wurde zum Glueck verschont. Nur 20 km entfernt steht nichts mehr. Wir waren noch am Sonntag dort und der ganze Himmel war voll mit rotem Dunst. Gleichzeitig war es mit 47 Grad der heisseste Tag in Victoria seit Wetteraufzeichnung.
Aber mal Schluss damit. Es gibt auch gute Nachrichten. Ich habe heute zum ersten Mal selber Spaetzle gemacht. Sandra hat mir zum Geburtstag einen Spaetzleschaber (heisst das so) geschenkt und der wurde heute eingeweiht. Es gabt Geschnetzeltes mit heller Pilzsosse und Spaetzle und es war so lecker. Mit einem leckeren Glas Sprudel in der Hand hab ich mich doch richtig wie zu Hause gefuehlt :)
Sonst ist hier nicht so viel passiert. Ich luemmel zu Hause rum, gucken Serien und warte bis die Uni anfaengt.
Ich hoffe euch geht es allen gut und schwitzt nicht so, wie ich in den letzten Tagen geschwitzt hab. Zum Glueck ist alles wieder abgekuehlt. Neuigkeiten gibt es hier bald oefter.
Liebe Gruesse von der vollgestopften Marina
Woodend, wo die Jungs herkommen und ihre Eltern noch wohnen, wurde zum Glueck verschont. Nur 20 km entfernt steht nichts mehr. Wir waren noch am Sonntag dort und der ganze Himmel war voll mit rotem Dunst. Gleichzeitig war es mit 47 Grad der heisseste Tag in Victoria seit Wetteraufzeichnung.
Aber mal Schluss damit. Es gibt auch gute Nachrichten. Ich habe heute zum ersten Mal selber Spaetzle gemacht. Sandra hat mir zum Geburtstag einen Spaetzleschaber (heisst das so) geschenkt und der wurde heute eingeweiht. Es gabt Geschnetzeltes mit heller Pilzsosse und Spaetzle und es war so lecker. Mit einem leckeren Glas Sprudel in der Hand hab ich mich doch richtig wie zu Hause gefuehlt :)
Sonst ist hier nicht so viel passiert. Ich luemmel zu Hause rum, gucken Serien und warte bis die Uni anfaengt.
Ich hoffe euch geht es allen gut und schwitzt nicht so, wie ich in den letzten Tagen geschwitzt hab. Zum Glueck ist alles wieder abgekuehlt. Neuigkeiten gibt es hier bald oefter.
Liebe Gruesse von der vollgestopften Marina
03 Februar 2009
Australian Summer Tales
Good Evening Ladies and Gentlemen,
Es ist 7 Uhr abends, Dienstag und ich sitze im Garten, meine Fuesse sind in den noch warmen Kieselsteinen vergraben und betrinke mich. Nein, was heisst betrinken? Ich geniese die wunderbaren Freuden eines Winespritzers, Wein mit Limonade und Eis, und koste die letzten Sonnenstrahlen des Tages aus. Ja, in Australien geht die Sonne frueher unter als bei uns Deutschland, das liegt aber nur daran, dass wir hier weiter vom Aequator weg sind.
Aber genug mit dem wissenschaftlichen Gefasel. Jetzt gibt es knallharte Fakten:
46 Grad, im Schatten wohl gemerkt, Waldbraende, Wasserbegrenzungen, Stromausfaelle. All das waren die Themen der letzten Tage. Ich habe im Leben noch nicht so geschwitzt! Eine kleine Bewegung und die Schweissdreuesen in meinem Koerper fingen an Samba zu tanzen. Das wollte ich vermeiden und verbrachte so Mittwoch bis Samstag nur mit den Fuessen in einem Eimer Wasser getaucht (Eiswuerfel inklusive). Es waren schoene Stunden. Ich sah Fernsehsendungen von denen ich nicht einmal getraeumte haette sie wuerden existieren (wer wuerde schon 'Bridezillas' ueber verrueckt gewordene Braeute anschauen), faecherte mir unbeirrt Luft zu und trank circa 50 Liter Wasser am Tag. Laut den Wasserbegrenzungsbestimmungen blieben also nur noch 105 Liter fuer Dusche, Kochen und jegliche Toilettengaenge uebrig. Das war hart.
Zum Glueck gingen Damian und ich am Samstag japanisch Essen und konnte so meinen Tag etwas anders verbringen. Ich bekam ein 'kleines Sushiboot' das eher die Gestalt von Captain Cooks Fregatte annahm, als er vom England aufbrach, um neue Kontinente zu erkunden. Dementsprechend vollgestopf liefen! wir nach Hause.
Sonntag fuhren wir nach Ballarat, einst Ballaarat genannt, um eine Housewarming Party (Einweihungsparty) eines Freundes zu besuchen. Der arbeitet in der alten Goldgraeberstadt in einem Bergwerg und schmiss ein BBQ fuer uns. Der Garten seines Hauses war mit Omis ueberseht, und wir waren zu Recht verwundert, hatte er die Party nicht als Housewarming Party des Jahrhunderst angepriesen. Nichtsdestotrozt hatten wir Spass, assen halb rohe Huehnchenspiesse und tranken gemuetlich ein paar Lager.
Obwohl ich im Schatten sass, bekam ich einen von Australiens sehr gefuerchteten Schattensonnenbraenden. Oh oh. Die Sonne ist hier so schlimm, sie schleicht im Schatten auf die Haut und sogar wenn es bewoelkt ist kann man sie nicht aufhalten. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich keine Sonnencreme trug, aber es war doch bewoelkt!!
Montag hatte ich Geburtstag. Ich bedanke mich herzlich fuer alle Glueckwuensche und Geschenke :) Den Anfang des Tages verbrachte ich mit Gammeln im Sessel, fernsehgucken und Schokolade Essen. Aber dann hatte mein Damian auch Feierabend und wir fuhren ein paar Strassen weiter und assen lecker nordafrikanische Paella und Lammhacksen. Oh es war so lecker und so galt mal wieder die Devise: Entweder Hunger oder Schlecht, dazwischen gibts nichts!
Mein Geburtstagsgeschenk hatten Damian schom Dienstag vorher als Ueberraschunge bereitgehalten: Ein Tag im Open Rage Zoo in Weribee. Es war richtig cool, eine Art Stuckenbrock Zoo, wo man mit Safaribus rumfaehrt und Tiere guckt, die in riesigen naturgetreuen Gehegen leben. Hinterher sind wir noch durch den Park gewandert, haben Loewen bei der Fuetterung zugeschaut und Eis gegessen. Die Erdmaennchen waren total niedlich.
Mehr gibt es leider fuer diese Woche nicht zu berichten, zum Glueck denn meine Blase ist gerade geschwollen wie ein Kugelfisch. Genug mit den ueberdrehten Metaphern. Ich gehe jetzt und geniesse Stephs (deutsch, Freundin von Rob) Essen.
Bis die Tage meine Lieben, ich hoffe ihr erfriert nicht under der 'historischen Eisdecke, die Europa uebermannt!
Es ist 7 Uhr abends, Dienstag und ich sitze im Garten, meine Fuesse sind in den noch warmen Kieselsteinen vergraben und betrinke mich. Nein, was heisst betrinken? Ich geniese die wunderbaren Freuden eines Winespritzers, Wein mit Limonade und Eis, und koste die letzten Sonnenstrahlen des Tages aus. Ja, in Australien geht die Sonne frueher unter als bei uns Deutschland, das liegt aber nur daran, dass wir hier weiter vom Aequator weg sind.
Aber genug mit dem wissenschaftlichen Gefasel. Jetzt gibt es knallharte Fakten:
46 Grad, im Schatten wohl gemerkt, Waldbraende, Wasserbegrenzungen, Stromausfaelle. All das waren die Themen der letzten Tage. Ich habe im Leben noch nicht so geschwitzt! Eine kleine Bewegung und die Schweissdreuesen in meinem Koerper fingen an Samba zu tanzen. Das wollte ich vermeiden und verbrachte so Mittwoch bis Samstag nur mit den Fuessen in einem Eimer Wasser getaucht (Eiswuerfel inklusive). Es waren schoene Stunden. Ich sah Fernsehsendungen von denen ich nicht einmal getraeumte haette sie wuerden existieren (wer wuerde schon 'Bridezillas' ueber verrueckt gewordene Braeute anschauen), faecherte mir unbeirrt Luft zu und trank circa 50 Liter Wasser am Tag. Laut den Wasserbegrenzungsbestimmungen blieben also nur noch 105 Liter fuer Dusche, Kochen und jegliche Toilettengaenge uebrig. Das war hart.
Zum Glueck gingen Damian und ich am Samstag japanisch Essen und konnte so meinen Tag etwas anders verbringen. Ich bekam ein 'kleines Sushiboot' das eher die Gestalt von Captain Cooks Fregatte annahm, als er vom England aufbrach, um neue Kontinente zu erkunden. Dementsprechend vollgestopf liefen! wir nach Hause.
Sonntag fuhren wir nach Ballarat, einst Ballaarat genannt, um eine Housewarming Party (Einweihungsparty) eines Freundes zu besuchen. Der arbeitet in der alten Goldgraeberstadt in einem Bergwerg und schmiss ein BBQ fuer uns. Der Garten seines Hauses war mit Omis ueberseht, und wir waren zu Recht verwundert, hatte er die Party nicht als Housewarming Party des Jahrhunderst angepriesen. Nichtsdestotrozt hatten wir Spass, assen halb rohe Huehnchenspiesse und tranken gemuetlich ein paar Lager.
Obwohl ich im Schatten sass, bekam ich einen von Australiens sehr gefuerchteten Schattensonnenbraenden. Oh oh. Die Sonne ist hier so schlimm, sie schleicht im Schatten auf die Haut und sogar wenn es bewoelkt ist kann man sie nicht aufhalten. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich keine Sonnencreme trug, aber es war doch bewoelkt!!
Montag hatte ich Geburtstag. Ich bedanke mich herzlich fuer alle Glueckwuensche und Geschenke :) Den Anfang des Tages verbrachte ich mit Gammeln im Sessel, fernsehgucken und Schokolade Essen. Aber dann hatte mein Damian auch Feierabend und wir fuhren ein paar Strassen weiter und assen lecker nordafrikanische Paella und Lammhacksen. Oh es war so lecker und so galt mal wieder die Devise: Entweder Hunger oder Schlecht, dazwischen gibts nichts!
Mein Geburtstagsgeschenk hatten Damian schom Dienstag vorher als Ueberraschunge bereitgehalten: Ein Tag im Open Rage Zoo in Weribee. Es war richtig cool, eine Art Stuckenbrock Zoo, wo man mit Safaribus rumfaehrt und Tiere guckt, die in riesigen naturgetreuen Gehegen leben. Hinterher sind wir noch durch den Park gewandert, haben Loewen bei der Fuetterung zugeschaut und Eis gegessen. Die Erdmaennchen waren total niedlich.
Mehr gibt es leider fuer diese Woche nicht zu berichten, zum Glueck denn meine Blase ist gerade geschwollen wie ein Kugelfisch. Genug mit den ueberdrehten Metaphern. Ich gehe jetzt und geniesse Stephs (deutsch, Freundin von Rob) Essen.
Bis die Tage meine Lieben, ich hoffe ihr erfriert nicht under der 'historischen Eisdecke, die Europa uebermannt!
27 Januar 2009
Sehr Guten Morgen,
wuensche ich allen. Hier ist es sechs Uhr morgens und ich kann nicht schlafen. Ich bin ja auch schon um sechs gestern Abend ins Bett gegangen, obwohl ne super Party am laufen war. Aber einmal von vorne: Am 26.1. war Australia Day, da feiern die Australia die Ankunft der ersten Flotte in Sydney. Und dass soll ja gross gefeiert werden. Deswegen fingen wir schon um 8 an unser Haus umzuraeumen und fuers barbie fertig zu machen. Um 10 kamen schon die Ersten Gaeste und es ging langsam los. Eigentlich wird am Australia Day nix anderes gemacht, als eine grosse Grillparty zu schmeissen, und das taten wir auch. Es wurde froehlich getrunken und auch lecker gegessen.
Damian hatte den Feiertag auch gleichzeitig als Ueberraschungs-Willkommenparty getarnt und so kamen viele alte Freund von mir vorbei. Das war schoen wieder alle wiederzusehen.
Ein anderes Highlight des Tages ist die jaehrliche Vorstellung der Hottest 100, wo Leute die besten Songs des letzten Jahres bei einer landesweiten Radiostation waehlen koennen. Nichts anderes wird also als Soundtrack des Tages zugelassen und so tanzten wir weitgehen zu Songs die ich, aber viele andere auch, nicht kannten. War aber gut. Die Kings of Leon haben gewonnen.
Ich musste mich aber sehr anstrengen, um den Gewinnersong noch mitzubekommen. Der Jetlag ist diesmal richtig schlimm, ich glaube er wird durch die Hitze noch richtig verschlimmert. Also ging ich wie gesagt, um 6 ins Bett. Die meisten Leute gingen sowieso schon um 7, da heute ein Arbeitstag ist.
An meinem zweiten Tag in Australien, der Sonntag, fuhren Damian und ich zum Strand. Es waren knackige 26 Grad und obwohl ich mich eincremte, bekam ich doch glatt den ersten Sonnenbrand auf den Waden. Hallo Ozonloch!
Trozdem war es richtig cool, das Wasser war schoen und nicht zu kalt und wir chillten richtig rum. Leider dauerte die Fahrt mehr als eine Stunde und ohne Auto kann man nicht zu den besten Straenden rausfahren, aber es lohnt sich doch.
Morgens waren wir noch in unserem Lieblingscafe Fruehstuecken und Abends gab es Krabbenpasta und verfolgten die Australian Open, die gerade in Melbourne stattfinden.
So, das war es erstmal wieder. Es ist auf jeden Fall, total toll wieder hier zu sein, auch wenn ich alle Zuhause sehr vermisse. Aber es dauert ja nicht mehr lange, dann krieg ich auch schon den ersten Heimatbesuch :)
So, es wird langsam hell. Ich glaube, ich werde mal aufstehen und frische Nektarinen aus Nachbars Garten klauen.
Wir wollen heute noch nach Williamstown, einer Hafengegend westlich von hier.
Lieb Gruesse von hier nach dort
Damian hatte den Feiertag auch gleichzeitig als Ueberraschungs-Willkommenparty getarnt und so kamen viele alte Freund von mir vorbei. Das war schoen wieder alle wiederzusehen.
Ein anderes Highlight des Tages ist die jaehrliche Vorstellung der Hottest 100, wo Leute die besten Songs des letzten Jahres bei einer landesweiten Radiostation waehlen koennen. Nichts anderes wird also als Soundtrack des Tages zugelassen und so tanzten wir weitgehen zu Songs die ich, aber viele andere auch, nicht kannten. War aber gut. Die Kings of Leon haben gewonnen.
Ich musste mich aber sehr anstrengen, um den Gewinnersong noch mitzubekommen. Der Jetlag ist diesmal richtig schlimm, ich glaube er wird durch die Hitze noch richtig verschlimmert. Also ging ich wie gesagt, um 6 ins Bett. Die meisten Leute gingen sowieso schon um 7, da heute ein Arbeitstag ist.
An meinem zweiten Tag in Australien, der Sonntag, fuhren Damian und ich zum Strand. Es waren knackige 26 Grad und obwohl ich mich eincremte, bekam ich doch glatt den ersten Sonnenbrand auf den Waden. Hallo Ozonloch!
Trozdem war es richtig cool, das Wasser war schoen und nicht zu kalt und wir chillten richtig rum. Leider dauerte die Fahrt mehr als eine Stunde und ohne Auto kann man nicht zu den besten Straenden rausfahren, aber es lohnt sich doch.
Morgens waren wir noch in unserem Lieblingscafe Fruehstuecken und Abends gab es Krabbenpasta und verfolgten die Australian Open, die gerade in Melbourne stattfinden.
So, das war es erstmal wieder. Es ist auf jeden Fall, total toll wieder hier zu sein, auch wenn ich alle Zuhause sehr vermisse. Aber es dauert ja nicht mehr lange, dann krieg ich auch schon den ersten Heimatbesuch :)
So, es wird langsam hell. Ich glaube, ich werde mal aufstehen und frische Nektarinen aus Nachbars Garten klauen.
Wir wollen heute noch nach Williamstown, einer Hafengegend westlich von hier.
Lieb Gruesse von hier nach dort
22 Januar 2009
Mal wieder weg
So, mal wieder hau ich ab. Ich bin schon ganz aufgeregt. Mein Zimmer ist noch etwas chaotisch, die letzten Dinge müssen noch in die Rucksäcke qezwängt werden, aber dann kann es um & auch los gehen zum Flughafen. Dort geht um halb zwölf mein Flieger, der sich hoffentlich nicht verspätet. Denn am Frankfurter Frlughafen war heute Morgen schon Chaos angesagt, weil irgendetwas mit dem Wetterdienst nicht stimmte. Im Moment haben die Flieger nur 2 Stunden Verspätung. Mal schauen wie es läuft.
Ich werd euch alle richtig vermissen, die kurze Zeit in Deutschland war mal wieder richtig schön, Schnee gab es auch noch.
Wenn ich dann wieder im Sommer 2010 in Deutschland bin, geht es richtig rund.
Hier könnt ihr dann auch wieder lesen, was bei mir passiert. Wahrscheinlich wird es nicht mehr so spannend wie beim letzten Mal, denn der Unialltag ist ja nicht gerade unterhaltsam. Trotzdem werd ich versuchen mich hier zu verewigen.
So, es wird Zeit, Mama hat die Maultaschen bald fertig. Ich muss noch versuchen meine Minimartiniflaschen zu verpacken.
Allerliebste Grüße von mir und bis bald. Email, Skype und Peterzahlt lassen grüßen :)
Eure Marina
Ich werd euch alle richtig vermissen, die kurze Zeit in Deutschland war mal wieder richtig schön, Schnee gab es auch noch.
Wenn ich dann wieder im Sommer 2010 in Deutschland bin, geht es richtig rund.
Hier könnt ihr dann auch wieder lesen, was bei mir passiert. Wahrscheinlich wird es nicht mehr so spannend wie beim letzten Mal, denn der Unialltag ist ja nicht gerade unterhaltsam. Trotzdem werd ich versuchen mich hier zu verewigen.
So, es wird Zeit, Mama hat die Maultaschen bald fertig. Ich muss noch versuchen meine Minimartiniflaschen zu verpacken.
Allerliebste Grüße von mir und bis bald. Email, Skype und Peterzahlt lassen grüßen :)
Eure Marina
18 April 2008
Coffs Harbour bis Brisbane und wieder runter nach Melbs
Nun sitzte ich hier also Zuhause und warte darauf, dass der Foxtel-Mann (DE=Premiere-Mann) kommt, um unser Fernsehen aufzumotzen. Eigentlich sollte er schon um 8 da gewesen sein, jetzt ist es 12. Wie ich diese Unpuenktlichkeit der Australier hasse. Ein bisschen locker und chillig ist ja gut, aber manchmal ist das auch zu viel.
Ah jetzt ist er also da, Pole, wie ich vermute. Nun stoepselt er und macht alles durcheinander. Zieht auf jeden Fall alle Kabel von unseren Fernseher, PS3, Wii, Computer und Stereoanlage raus. Die Jungs werden sich freuen. Wenigsten bekommen wir schoenes Bezahlfernsehen. Die Sportversion, versteht sich.
Nun werde ich mich aber meinen Reiseerlebnissen widmen. Falls es Neuigkeiten in Sachen Foxtel gibt, werde ich sie geschickt in meinen Erzaehlung einfliessen lassen.
Wo waren wir? Ich war grade in Byron Bay angekommen, als ich nicht weiter schaffen konnte, mein Tagebuch zu pflegen. Weiter gehts:
Am Nachmittag des 25.3. (Ankunftstag in Byron) liefen wir ueber den langen Strand zum Leuchtturm. Der ist auf einem kleinen Felsvorsprung, das den oestlichste Punkt Australiens Festlands darstellt. Cooles Gefuehl wars. Musste auch erstmal in einer Fotosession festgehalten werden. (Ah, Mr Foxtel ist Schotte.)
Wie wunderschoen es am Strand war, koennt ihr ja selber sehen, das Wasser war auch total warm und klar und es gab kleine Buchten und Felsvorspruenge. Nach einer kurzen Abkuehlung und grossen Fischsichtungen, machten wir uns auf zur Hostel, um uns aufzubrezeln. Sandra wollte ins Cheeky Monkey, ein Backpacker Club, mit billigen Drinks. Am Ende tanzten alle auf Tischen, ich nicht, hatte keinen Bock, auch wenn Sandra mich mit SMS zutextete, ich solle doch auch auf den Tisch huepfen. (Oh, zweiter Foxtel-Mann ist hier. Sie reden. Diskutieren, wo sie am besten das Loch hinbohren sollen.)
Am Mittwoch (26.3.) hatten wir mal wieder Surfunterricht. Endlich stuerzten wir uns in unseren sexy Surfklamotten in die Fluten. Unsere Surflehrerin war glaub ich ein wenig neben der Spur, wohl zu oft das Brett vorn Kopp gekriegt, war aber nett. Zwar standen noch peinliche Aufwaermminuten am Strand an, wo ich schon Angst hatte, meine nicht vorhandene Kondition koennte mir im Wasser Schwierigkeiten bereiten. Dem war aber nicht so. Ich sprang aufs Brett und stand wie eine 1. Ne, mehr wie 7 oder 5, so von wegen Arme heben und nicht so steif stehen. Soll ja cool aussehen. Drei Stunden lang paddelten wir raus und wurden von den Wellen wieder reingetrieben. Gott, es war anstrengend, aber man wurde mit einem solchen Adrenalinrausch belohnt, dass man die Schmerzen in den Beinen und Armen schnell vergas. (Zweiter Foxtelmann faehrt wieder.)
Leider kamen die Schmerzen am naechsten Tag wieder und bleiben auch noch laenger.
Am Donnerstag war es endlich soweit, dass meine neue Freundin Alexia und ich nach Nimbin fuhren, um Australiens Schokoladen-Hauptstadt zu besuchen. Wir wurden mit einem uralten bunten Klapperbus an der Hostel abgeholt, standesgemaess sah der Fahrer sehr schokoladig aus. Die Musik wurde immer auf die jeweiligen Fahrkonditionen abgestimmt, mal schnell, mal langsam und sollte uns schon einen Vorgeschmack auf die kommenden Schokoladengenuesse und den Dopaminrausch geben. (Foxtelmann bohrt.)
Kurz vor Nimbin hielten wir und bekamen von unserem Fahrer eine Lektion, ueber das Schokoladenkaufverhalten und Schokoladengeschichte Nimbins. Man solle die Schokolade nicht von Jungendlichen kaufen, die seien nur auf schnelles Geld aus. Und wenn man sich Schokoladenkekse kauft, sollte man am besten nur einen halben essen, die seien hier ziemlich stark. Am besten auch keine Schokipilze essen. Die sind nicht gut fuer den Magen.
Nachdem das alles geklaert war, waren Alexia, unsere Bustruppe und ich schon sehr hibbelig. Wir fuhren ein paar Minuten durch die Stadt und unser Suedafrikanischer Fahrer lud uns vorm Museum aus. Eine geballte Ladung Schokoladengeruch kam uns entgegen und die Menschen auf der Strasse sahen auch alle sehr gluecklich aus. Es wimmelte von Backpackern, die anscheinend aus aller Herren Laender gereist waren, um diese einzigartige Stadt zu besuchen. Die Stadt war uebrigens auch so besonders, weil die Einwohner mit den Behoerden ein ungeschriebenes Einverstaendnis hatten, nichts gegen die Schokoladenproduktion zu tun, war schliesslich die einzige Einnamequelle. Die Polizei tat auch nichts gegen den Schokoladenkonsum. Aber was sollten die auch machen. Ist ja nur Schokoklade.
Kaum ausgestiegen machten Alexia und ich uns auf den Weg ins Schokoladenmuseum. Es war vollgestellt mit Sachen, die scheinbar nix mit Schokolade zu tun hatten, aber anscheinend hatten die Austatter des Museum grade einen Dopaminschock erlitten, als sie das Museum dekorierten. (Foxtelmann rattert im Garten rum.) Es gab viele Raeume, in denen die wirschesten Menschen rumliefen und alle schienen ihre Schokiproddukte verkaufen zu wollen. Schokikekse, Schokikuchen, Schoki pur, heisse Schokolade, und das in allen Geschmaksrichtungen. Alexia und ich entschieden uns fuer ein Paket Schokoladenkekse, allerbeste Qualitaet. So liefen wir dann weiter durch die Stadt, kauften hier und da was. Die Laeden waren alle auf das omnipresente Schokoladenbusiness abgestimmt. Es gab Tassen fuer heisse Schokolade, Backmischungen, Kochbuecher und alles duftete herrlich nach leckerem Kakao.
Leider mussten wir auch bald wieder waren, aber nicht ohne den Gang auf die Toilette, wo Alexia und ich uns heimlich einen Keks teilten. Wir wollten so etwas wertvolles ja nicht in aller Oeffentlichkeit zur Schau stellen.
Weiter fuhren wir durch die Landschaft, bis wir an einem sehr steilen Abhang ankamen. Unserer Fahrer machte die Musik lauter und wuenschte uns viel Spass. Die Fahrt nach unten dauerte 5 Minuten mit unserem Bus, denn es ging eine ganz lange Strasse auf und ab durch die Walachai. (Foxtelman stoepselt.) Er sagte auch, dass (oh Foxtelman bohrt lauter, kann nix hoeren.) die ersten Kekse bei allen jetzt so langsam anschlagen wuerden und wir sehr gluecklich seien, wenn wir am Bergende ankaemen.
Und er hatte recht. Mit einem Affenzahn fuhren wir los und ploetzlich drehte sich alles und wir konnten nicht mehr aufhoeren zu lachen. Wie herrlich es doch war. Woohooo.
Wir kamen an ein Stueck Land, dass dem Schokohippi Bob oder John (kann mich nicht mehr erinnern) gehoerte. Er kam in den 70ern aus Amerika und betrieb nun seine eigene Schokoladenproduktion auf einem 2ha Fleckchen Erde. Alles war mit Regenwald ueberwuchert, so dass keine Diebe seine wertvollen Kakaobaeume stehlen konnten. Wir liefen durch den Wald, kamen an lauter Sammelsurium vorbei und liessen es uns in seiner Huette am See gutgehen. Wir assen Wassermelonen, tranken Kakao und knackten die hier einheimischen Macadamianuts. Alles war sehr relaxt. Unser Fahrer wurde mit einer Tuete voll Kakaobohnen ausgeruestet und wir fuhren, mit einem kurzen Stop an Wasserfaellen, wieder zurueck nach Byron.
Dort hauten wir uns am Abend den naechsten Keks rein und hatten viel Spass.
Freitag war eher der gemuetliche Tag. Wir gingen shoppen, ins Internet, ich buchte meinen Flug nach Melbourne (da wo ich grad sitze und schreib) und fingen an Goon zu trinken. Goon ist billiger Wein, der in Pappkartons mit innenliegener Plastikfolie abgefuellt wird. Hat sogar ein eigenes Zapfsystem und ist dank seines Preis-Leistungs-Verhaeltnisses sehr beliebt unter den Backpackern (4Liter entsprechen ungefaehr 6Euro). Wir hatten Spass und trafen fann Daniel, Andre und Andi. Die hatten wir in Port Macquarie kennengelern und sie fuhren mit Andis Van die gleiche Strecke wie wir. Der Abend artete etwas aus. Ich wurde aus dem Nachclub geworden, weil ich angeblich auf dem Tresen schlief. So ein Quatsch.
Samstag (29.3.) war Tag der Abreise und wir fuhren nach Surfers Paradise (das Paradis fuer Surfer, fuer alle meine nicht englischsprechenden Leser). Wir hatten ja schon viel gehoert ueber diese Stadt. Die Tourismusindustrie versuchte, sie uns als Shopping-,Pary-und Relaxparadis schmackhaft zu machen, alle anderen Backpacker warnten uns jedoch, es sei alles viel zu ueberbewertet.
Um diesen Andeutungen auf den Grund zu gehen, wollten Sandra und ich uns auch ein Bild machen und buchten eine Nacht in der Hostel "Backpackers in Paradise". Was fuer eine Hoelle uns erwartete, konnten wir ja nicht wissen. (Foxtelmann geht. Ich muss Vertag unterschreiben)
Zuerst liefen wir durch die Fussgaengerzone. Von Gucci ueber Billabong bis hin zu Adidas war alles vorhanden. Es sah alles ziemlich touristisch aus. Hohe Haueser, Palmen gabs, ganz viele Restaurants, aber ueberhaupt keinen Charme hatte diese Stadt. Wir setzten uns in ein Cafe und bestellten ein Big Aussie Breakfast zum Kater kurieren. Es gab Pilze, Tomaten, Hash Browns, Speck, Eier, Toast, Steak, Wuerstchen und Orangen Saft. Der Kater war weg, die Uebelkeit kam. So liefen wir also weiter rum, guckten kurz auf den Strand, der eher mittelmaessig war.
Wir informierten uns ueber das nightlife und gingen zurueck zur Hostel mit der Absicht, um 10 bei einer Clubtour mitzumachen. Wir lungerten auf unserem Zimmer rum, bis wir irgendwann einschliefen. Um 10 machte mich Sandra war. Wir hatten wohl etwas verschlafen. Super. Gut, alleine weg zu gehen hatten wir auch keine Lust mehr zu. Schon garnicht uns aufzubrezeln. Da blieben wir lieber im Bett.
Kurz nach 1 wurde ich wach, als jemand zu Tuer reingerumpelt kam: der Typ im Bett unter mir. Irgendwie fing er ploetzlich an husten und spucken, was sich immer mehr in wuergen umwandelte. Auf einmal kam es aus ihm rausgeschossen und er konnte garnicht mehr aufhoeren zu kotzen. Gott, ich wusste nicht was ich mir eher zuhalten sollte, Ohren, Nase oder Mund, um nicht selber gleich anzufangen. Er konnte immer weiter, froehlich auf den Fussboden und fiel dann wie tot ins Bett. Mir war so uebel. Sandra lag am anderen Ende des Zimmer, das Licht war aber aus. Deswegen schrieb ich ihr SMS, was wir denn jetzt machen koennten. Nach dem eine Weile nix mehr von ihm zu hoeren waren, dachten wir das Grauen waere vorbei, aber nein, es ging weiter. Diesmas machte er sich noch nicht mal die Muehe sich umzudrehen und konnte einfach im Liegen auf sich drauf. Gott, war mir schlecht. Ich sprang vom Bett, nahm meine Klamotten und Rucksaecke und schloerte sie zu Sandra ans Bett. Wollte ja schliesslich nicht, dass er da draufkotzt. Ich legte mich zu Sandra ins Bett und versuchten mit ueber die Nase gezogener Decke zu schlafen.
Irgendwann kam auch der Typ ueber uns Heim, er war sehr betrunken. Wir fragten ihn gleich, ob er denn auch kotzen muesse. Nein, er haette schon. Wir wussten nicht genau, ob uns das eher beruhigen oder unberuhigen sollte.
Die Nacht ging langsam vorbei und wir stuermten so schnell es ging aus der Hostel raus.
Surfers Paradise: nie wieder!
Die Busfahrt nach Brisbane (30.4.) war recht ereignislos, auch wenn der Gestank von Zwiebeln in der Luft lag und unsere Maegen noch leicht angeschlagen waren.
Brisbane hat mir sofort gefallen. Es liegt wie Melbourne auch direkt am Fluss und die Architektur war ein Mischmasch aus alten viktorianischen Haeusern und neuartigen, farbenfrohen Bauten. Es erinnerte mich sofort an Melbourne und deswegen fuehlte ich mich auf einen Schlag wohl.
Ich muss leider gestehen, dass ich in der Zeit kein Tagebuch gefuehrt habe. Ich versuche jetzt alles in meinem Kopf zu rekonstruieren.
Die ersten Tage liefen wir durch die Stadt, gingen einkaufen und versuchten einen Job zu finden. Ich hatte es nicht so eilig mit Arbeiten, hatte noch genuegend Erspartes,, aber Sandra musste umbedingt ran. Wir bewarben und bei Autovermietungen, weil Sandra gehoert hatte, dort gaebe es gut Geld. Schon am Dienstag hatten wir eine Probeschicht, bei einer Vermietung gleich bei uns um die Ecke. Wir fingen um 9 an und arbeiten mit Michael, der zufaellig aus der selben Stadt kam, wie Sandy.
Wir schrubten und putzten und staubsaugten die Autos, fuhren sie auf dem Parkplatz hin und her und hatten nicht gerade Spass. Mir war sofort klar, dass ich hier nicht bleiben wollte. Als wir fertig waren, tat uns alles weh und wir humpelten zurueck zur Hostel.
Ich hatte also keinen Job, ging also in den Botanischen Garten, in die Parklands (groesste innerstaedtische subtropische Regenwaldanlage der Welt) und die Art Gallerys of Queensland.
Am Donnerstag 2.4. erreichten auch die Jungs Daniel, Andi und Andre die Stadt und checkten bei uns in der Hostel ein. Mit ihnen ging ich essen, feiern und Spass haben. wir trafen uns oft am hosteleigenen Pool und spielten Kicker oder liessen uns von den nervigen Englaendern nerven. Die sind hier wirklich ueberall. Keine Hostel unter 70% Englaenderanteil. Meistens sind sie auch nur am trinken.
Ein einziges Mal trafen wir auf Australier, die haben mir irgendwie nicht geglaubt ich sei Deutsch. Sie dachten ich waer Australierin und ich konnte sie auch nicht mit meinem Pass ueberzeugen.
Am Mittwoch wurde endlich meine Folge von "The Chopping Block" ausgestrahlt. Wir trafen uns bei einem Freund von Sandra und starrten voller Erwartung in die Flimmerkiste. Wir strahlten freundlich in die Kamera, Daniela und Frank gaben ein paar kleine Interviews, ueber mich wurde geredet. Dann schimpfte Frank mit dem Starkoch, man sah uns Kellnerinnen Farbkriege kaempfen und dann fleissig im neurenovierten Restaurant arbeiten. Zum Schluss gabs das Ergebnis. Kannte ich natuerlich schon. War nicht so toll. Aber wir haben dementsprechend geschockt geguckt. Oder auch nicht. Sandra behauptete spaeter, ich sei sehr gefuehlslos, aber kennen wir das nicht schon von irgendwoher? ("Marina hat keine Gefuehle") ;)
Letzten Donnerstag (10.4.) kam ich wieder in Melbourne an, wo mich Damian vom Flughafen abholte. Leider musste er auch sofort wieder zu nem Meeting, so dass ich den ganzen Abend mit Joel und Rob im neuen Haus sass. Wir kochten, spielten Playstation und hatten Spass.
Freitag hatte sich Damian extra freigenommen und wir fuhren erstmal zur Autowaschanlage. Wie romantisch. Er hatte sich extra das Auto seines Bruders ausgeliehen, um mich herumzufahren. Leider war es total dreckig, innen und aussen und bedurfte einer liebevollen Hand. Die hatte der Autowaescher anscheinend, denn das Auto funkelte hinterher. Damian und ich waren zwischendurch fruehstuecken gegangen. Ich hatte Canadian French Toast mit Bacon, Egg und Ahornsyrup. Yummy!
Den restlichen Tag verbrachten wir vorm Fernseher und gingen Abends in meine langvermisste Stammkneipe und trafen alle netten Leute von hier.
Am Samstag ging ich zum allerersten Mal zu einem Footballmatch. Die Saison war letzten Monat angefangen und alle, zumindeste die maennlichen Menschen, sind hier vom Footballfieber gepackt. Die Jungs spielen Wettspiele im Internet und gehen staednig ins Stadion. Und am Samstag durfte ich auch endlich dabei sein.
Fragt mich jetzt nicht, wie die Regeln gehen. 36 Spieler, 8 Torpfosten, 1 Ball und viel Gerangel. Das sind die Hauptmerkmale. Eigentlich ist es nicht schwer zu verstehen, wenn man sich denn mal eingearbeitet hat. Und das braucht seine Zeit. Staendig musste ich Damian irgendwelche Fragen stellen, warum der denn jetzt schiessen darf, und warum immer einer der unzaehligen Schiedrichter pfeift. Um mich herum sassen die Fans und schrien staendig irgendwelche komischen Begriffe auf Feld: mark, full, behind.
Wir sahen das Spiel Melbourne Demons gegen Nord Melbourne Kangaroos und zum Glueck gewannen unsere Kangaroos verdient. An die Vereinsfarben blau-weiss muss ich mich erst noch gewoehnen. Sticht schon sehr stark ins Auge. Zum Glueck tragen die doch recht muskuloesen Spieler ziemliche kurze Hosen. So wirds nicht so schnell langweilig.
Ich muss zugeben, dass das Spiel ziemlich interessant werden kann, wenn man es dann mal versteht. Ich sehe mich jetzt auch taeglich mit den Jungs die Kommentare im Sportfernsehen an (davon haben wir ja jetzt noch mehr). So langsam komm ich dahinter. Werd wohl jetzt oefter zu den Spielen gehen.
Am Sonntag begab ich mich auf den Weg zu Zingarella, um die alte Crew zu sehen. Alle warense da. Haben mich mit meinen neuen blonden Haaren kaum erkannt. Ich wurde erstmal von Frank gefuettert und von Daniela ueber meine Abenteuer ausgequetscht. Sie wollten schon wissen, wann ich denn wieder anfange zu arbeiten. Mai oder so.
Chantal, meine Lieblingsmitarbeiterin kam auch noch hinzu und wir tranken den besten Kaffee der Welt und plauederten.
Abends war der der letzte Abend des Melbourne Comedy Festivals und Damian und ich hatten Karten fuer Kirsten Schaal, eine eher unbekannte, aber umso lustigere Person aus Amerika. Sie machte Spaesse ueber Pochahontas, betrunkene Voegel, ihren Freund und Anne Boleyn. Es war herrlich, wir konnten uns kaum halten vor lachen.
Hinterher holten wir uns das wohl leckerste Thaicurry in ganz Melbourne und fuhren nach Hause. Dort wurden grade die letzen Runden der PS3-Fifa08-House-Championship ausgetragen. Damian und ich spielten zusammen und schlugen gekonnt Rob und Pat im Elfmeterschiessen. Wooh, housechampions rule!
Montag verbrachte ich damit, meine gesammelten Fotos online zu stellen. Dienstag traf ich mich mit Damian uns seinen Arbeitskollegen zum Lunch. Es gab Dumplings (sowas wie asiatische Maultaschen), ging shoppen (teure Schuhe meine Lieblingsmarke Tigers) und zu Zingarella. Dort wurde mich ein weiteres Mittagessen verabreicht. Abends gingen wir ins Kino: Lars and the Real Girl. Umbedingt gucken, wenns in DE kommt. Sehr lustige Geschichte ueber einen Einsiedler, der sich in eine Gummipuppe verliebt.
Donnerstag war chillen angesagt, ich ging eine Waage einkaufen. Die fehlte hier im Haushalt noch. Also jetzt nur ne kleine Lebensmittelwaage. Eine fuer mich brauch ich grad nicht. Abends waren Damian und ich bei Zingarella essen und stopften und regelrecht voll: Tomatenbrot, Oktopus, Ravioli, Kalb, Schokoladenkuchen, Wein, Bier, Schnaeppsken. Es war alles da und der Teller hinterher leer. Deswegen schein auch heute schoen die Sonne.
So, ich glaube das wars erstmal. Hab jetzt meinen gesamten Morgen und halbten Nachmittag damit verbracht, hier etwas zu fabrizieren. Ich hoffe es hat sich gelohnt. Sonst ist ja heute nix passiert, nur das der Foxtelmann da war, aber das wisst ihr ja schon. Ich geh jetzt mal die Waesche aufhaengen und einkaufen. Morgen gibts Pfannkuchen.
Bis die Tage, keine Frage!
Ah jetzt ist er also da, Pole, wie ich vermute. Nun stoepselt er und macht alles durcheinander. Zieht auf jeden Fall alle Kabel von unseren Fernseher, PS3, Wii, Computer und Stereoanlage raus. Die Jungs werden sich freuen. Wenigsten bekommen wir schoenes Bezahlfernsehen. Die Sportversion, versteht sich.
Nun werde ich mich aber meinen Reiseerlebnissen widmen. Falls es Neuigkeiten in Sachen Foxtel gibt, werde ich sie geschickt in meinen Erzaehlung einfliessen lassen.
Wo waren wir? Ich war grade in Byron Bay angekommen, als ich nicht weiter schaffen konnte, mein Tagebuch zu pflegen. Weiter gehts:
Am Nachmittag des 25.3. (Ankunftstag in Byron) liefen wir ueber den langen Strand zum Leuchtturm. Der ist auf einem kleinen Felsvorsprung, das den oestlichste Punkt Australiens Festlands darstellt. Cooles Gefuehl wars. Musste auch erstmal in einer Fotosession festgehalten werden. (Ah, Mr Foxtel ist Schotte.)
Wie wunderschoen es am Strand war, koennt ihr ja selber sehen, das Wasser war auch total warm und klar und es gab kleine Buchten und Felsvorspruenge. Nach einer kurzen Abkuehlung und grossen Fischsichtungen, machten wir uns auf zur Hostel, um uns aufzubrezeln. Sandra wollte ins Cheeky Monkey, ein Backpacker Club, mit billigen Drinks. Am Ende tanzten alle auf Tischen, ich nicht, hatte keinen Bock, auch wenn Sandra mich mit SMS zutextete, ich solle doch auch auf den Tisch huepfen. (Oh, zweiter Foxtel-Mann ist hier. Sie reden. Diskutieren, wo sie am besten das Loch hinbohren sollen.)
Am Mittwoch (26.3.) hatten wir mal wieder Surfunterricht. Endlich stuerzten wir uns in unseren sexy Surfklamotten in die Fluten. Unsere Surflehrerin war glaub ich ein wenig neben der Spur, wohl zu oft das Brett vorn Kopp gekriegt, war aber nett. Zwar standen noch peinliche Aufwaermminuten am Strand an, wo ich schon Angst hatte, meine nicht vorhandene Kondition koennte mir im Wasser Schwierigkeiten bereiten. Dem war aber nicht so. Ich sprang aufs Brett und stand wie eine 1. Ne, mehr wie 7 oder 5, so von wegen Arme heben und nicht so steif stehen. Soll ja cool aussehen. Drei Stunden lang paddelten wir raus und wurden von den Wellen wieder reingetrieben. Gott, es war anstrengend, aber man wurde mit einem solchen Adrenalinrausch belohnt, dass man die Schmerzen in den Beinen und Armen schnell vergas. (Zweiter Foxtelmann faehrt wieder.)
Leider kamen die Schmerzen am naechsten Tag wieder und bleiben auch noch laenger.
Am Donnerstag war es endlich soweit, dass meine neue Freundin Alexia und ich nach Nimbin fuhren, um Australiens Schokoladen-Hauptstadt zu besuchen. Wir wurden mit einem uralten bunten Klapperbus an der Hostel abgeholt, standesgemaess sah der Fahrer sehr schokoladig aus. Die Musik wurde immer auf die jeweiligen Fahrkonditionen abgestimmt, mal schnell, mal langsam und sollte uns schon einen Vorgeschmack auf die kommenden Schokoladengenuesse und den Dopaminrausch geben. (Foxtelmann bohrt.)
Kurz vor Nimbin hielten wir und bekamen von unserem Fahrer eine Lektion, ueber das Schokoladenkaufverhalten und Schokoladengeschichte Nimbins. Man solle die Schokolade nicht von Jungendlichen kaufen, die seien nur auf schnelles Geld aus. Und wenn man sich Schokoladenkekse kauft, sollte man am besten nur einen halben essen, die seien hier ziemlich stark. Am besten auch keine Schokipilze essen. Die sind nicht gut fuer den Magen.
Nachdem das alles geklaert war, waren Alexia, unsere Bustruppe und ich schon sehr hibbelig. Wir fuhren ein paar Minuten durch die Stadt und unser Suedafrikanischer Fahrer lud uns vorm Museum aus. Eine geballte Ladung Schokoladengeruch kam uns entgegen und die Menschen auf der Strasse sahen auch alle sehr gluecklich aus. Es wimmelte von Backpackern, die anscheinend aus aller Herren Laender gereist waren, um diese einzigartige Stadt zu besuchen. Die Stadt war uebrigens auch so besonders, weil die Einwohner mit den Behoerden ein ungeschriebenes Einverstaendnis hatten, nichts gegen die Schokoladenproduktion zu tun, war schliesslich die einzige Einnamequelle. Die Polizei tat auch nichts gegen den Schokoladenkonsum. Aber was sollten die auch machen. Ist ja nur Schokoklade.
Kaum ausgestiegen machten Alexia und ich uns auf den Weg ins Schokoladenmuseum. Es war vollgestellt mit Sachen, die scheinbar nix mit Schokolade zu tun hatten, aber anscheinend hatten die Austatter des Museum grade einen Dopaminschock erlitten, als sie das Museum dekorierten. (Foxtelmann rattert im Garten rum.) Es gab viele Raeume, in denen die wirschesten Menschen rumliefen und alle schienen ihre Schokiproddukte verkaufen zu wollen. Schokikekse, Schokikuchen, Schoki pur, heisse Schokolade, und das in allen Geschmaksrichtungen. Alexia und ich entschieden uns fuer ein Paket Schokoladenkekse, allerbeste Qualitaet. So liefen wir dann weiter durch die Stadt, kauften hier und da was. Die Laeden waren alle auf das omnipresente Schokoladenbusiness abgestimmt. Es gab Tassen fuer heisse Schokolade, Backmischungen, Kochbuecher und alles duftete herrlich nach leckerem Kakao.
Leider mussten wir auch bald wieder waren, aber nicht ohne den Gang auf die Toilette, wo Alexia und ich uns heimlich einen Keks teilten. Wir wollten so etwas wertvolles ja nicht in aller Oeffentlichkeit zur Schau stellen.
Weiter fuhren wir durch die Landschaft, bis wir an einem sehr steilen Abhang ankamen. Unserer Fahrer machte die Musik lauter und wuenschte uns viel Spass. Die Fahrt nach unten dauerte 5 Minuten mit unserem Bus, denn es ging eine ganz lange Strasse auf und ab durch die Walachai. (Foxtelman stoepselt.) Er sagte auch, dass (oh Foxtelman bohrt lauter, kann nix hoeren.) die ersten Kekse bei allen jetzt so langsam anschlagen wuerden und wir sehr gluecklich seien, wenn wir am Bergende ankaemen.
Und er hatte recht. Mit einem Affenzahn fuhren wir los und ploetzlich drehte sich alles und wir konnten nicht mehr aufhoeren zu lachen. Wie herrlich es doch war. Woohooo.
Wir kamen an ein Stueck Land, dass dem Schokohippi Bob oder John (kann mich nicht mehr erinnern) gehoerte. Er kam in den 70ern aus Amerika und betrieb nun seine eigene Schokoladenproduktion auf einem 2ha Fleckchen Erde. Alles war mit Regenwald ueberwuchert, so dass keine Diebe seine wertvollen Kakaobaeume stehlen konnten. Wir liefen durch den Wald, kamen an lauter Sammelsurium vorbei und liessen es uns in seiner Huette am See gutgehen. Wir assen Wassermelonen, tranken Kakao und knackten die hier einheimischen Macadamianuts. Alles war sehr relaxt. Unser Fahrer wurde mit einer Tuete voll Kakaobohnen ausgeruestet und wir fuhren, mit einem kurzen Stop an Wasserfaellen, wieder zurueck nach Byron.
Dort hauten wir uns am Abend den naechsten Keks rein und hatten viel Spass.
Freitag war eher der gemuetliche Tag. Wir gingen shoppen, ins Internet, ich buchte meinen Flug nach Melbourne (da wo ich grad sitze und schreib) und fingen an Goon zu trinken. Goon ist billiger Wein, der in Pappkartons mit innenliegener Plastikfolie abgefuellt wird. Hat sogar ein eigenes Zapfsystem und ist dank seines Preis-Leistungs-Verhaeltnisses sehr beliebt unter den Backpackern (4Liter entsprechen ungefaehr 6Euro). Wir hatten Spass und trafen fann Daniel, Andre und Andi. Die hatten wir in Port Macquarie kennengelern und sie fuhren mit Andis Van die gleiche Strecke wie wir. Der Abend artete etwas aus. Ich wurde aus dem Nachclub geworden, weil ich angeblich auf dem Tresen schlief. So ein Quatsch.
Samstag (29.3.) war Tag der Abreise und wir fuhren nach Surfers Paradise (das Paradis fuer Surfer, fuer alle meine nicht englischsprechenden Leser). Wir hatten ja schon viel gehoert ueber diese Stadt. Die Tourismusindustrie versuchte, sie uns als Shopping-,Pary-und Relaxparadis schmackhaft zu machen, alle anderen Backpacker warnten uns jedoch, es sei alles viel zu ueberbewertet.
Um diesen Andeutungen auf den Grund zu gehen, wollten Sandra und ich uns auch ein Bild machen und buchten eine Nacht in der Hostel "Backpackers in Paradise". Was fuer eine Hoelle uns erwartete, konnten wir ja nicht wissen. (Foxtelmann geht. Ich muss Vertag unterschreiben)
Zuerst liefen wir durch die Fussgaengerzone. Von Gucci ueber Billabong bis hin zu Adidas war alles vorhanden. Es sah alles ziemlich touristisch aus. Hohe Haueser, Palmen gabs, ganz viele Restaurants, aber ueberhaupt keinen Charme hatte diese Stadt. Wir setzten uns in ein Cafe und bestellten ein Big Aussie Breakfast zum Kater kurieren. Es gab Pilze, Tomaten, Hash Browns, Speck, Eier, Toast, Steak, Wuerstchen und Orangen Saft. Der Kater war weg, die Uebelkeit kam. So liefen wir also weiter rum, guckten kurz auf den Strand, der eher mittelmaessig war.
Wir informierten uns ueber das nightlife und gingen zurueck zur Hostel mit der Absicht, um 10 bei einer Clubtour mitzumachen. Wir lungerten auf unserem Zimmer rum, bis wir irgendwann einschliefen. Um 10 machte mich Sandra war. Wir hatten wohl etwas verschlafen. Super. Gut, alleine weg zu gehen hatten wir auch keine Lust mehr zu. Schon garnicht uns aufzubrezeln. Da blieben wir lieber im Bett.
Kurz nach 1 wurde ich wach, als jemand zu Tuer reingerumpelt kam: der Typ im Bett unter mir. Irgendwie fing er ploetzlich an husten und spucken, was sich immer mehr in wuergen umwandelte. Auf einmal kam es aus ihm rausgeschossen und er konnte garnicht mehr aufhoeren zu kotzen. Gott, ich wusste nicht was ich mir eher zuhalten sollte, Ohren, Nase oder Mund, um nicht selber gleich anzufangen. Er konnte immer weiter, froehlich auf den Fussboden und fiel dann wie tot ins Bett. Mir war so uebel. Sandra lag am anderen Ende des Zimmer, das Licht war aber aus. Deswegen schrieb ich ihr SMS, was wir denn jetzt machen koennten. Nach dem eine Weile nix mehr von ihm zu hoeren waren, dachten wir das Grauen waere vorbei, aber nein, es ging weiter. Diesmas machte er sich noch nicht mal die Muehe sich umzudrehen und konnte einfach im Liegen auf sich drauf. Gott, war mir schlecht. Ich sprang vom Bett, nahm meine Klamotten und Rucksaecke und schloerte sie zu Sandra ans Bett. Wollte ja schliesslich nicht, dass er da draufkotzt. Ich legte mich zu Sandra ins Bett und versuchten mit ueber die Nase gezogener Decke zu schlafen.
Irgendwann kam auch der Typ ueber uns Heim, er war sehr betrunken. Wir fragten ihn gleich, ob er denn auch kotzen muesse. Nein, er haette schon. Wir wussten nicht genau, ob uns das eher beruhigen oder unberuhigen sollte.
Die Nacht ging langsam vorbei und wir stuermten so schnell es ging aus der Hostel raus.
Surfers Paradise: nie wieder!
Die Busfahrt nach Brisbane (30.4.) war recht ereignislos, auch wenn der Gestank von Zwiebeln in der Luft lag und unsere Maegen noch leicht angeschlagen waren.
Brisbane hat mir sofort gefallen. Es liegt wie Melbourne auch direkt am Fluss und die Architektur war ein Mischmasch aus alten viktorianischen Haeusern und neuartigen, farbenfrohen Bauten. Es erinnerte mich sofort an Melbourne und deswegen fuehlte ich mich auf einen Schlag wohl.
Ich muss leider gestehen, dass ich in der Zeit kein Tagebuch gefuehrt habe. Ich versuche jetzt alles in meinem Kopf zu rekonstruieren.
Die ersten Tage liefen wir durch die Stadt, gingen einkaufen und versuchten einen Job zu finden. Ich hatte es nicht so eilig mit Arbeiten, hatte noch genuegend Erspartes,, aber Sandra musste umbedingt ran. Wir bewarben und bei Autovermietungen, weil Sandra gehoert hatte, dort gaebe es gut Geld. Schon am Dienstag hatten wir eine Probeschicht, bei einer Vermietung gleich bei uns um die Ecke. Wir fingen um 9 an und arbeiten mit Michael, der zufaellig aus der selben Stadt kam, wie Sandy.
Wir schrubten und putzten und staubsaugten die Autos, fuhren sie auf dem Parkplatz hin und her und hatten nicht gerade Spass. Mir war sofort klar, dass ich hier nicht bleiben wollte. Als wir fertig waren, tat uns alles weh und wir humpelten zurueck zur Hostel.
Ich hatte also keinen Job, ging also in den Botanischen Garten, in die Parklands (groesste innerstaedtische subtropische Regenwaldanlage der Welt) und die Art Gallerys of Queensland.
Am Donnerstag 2.4. erreichten auch die Jungs Daniel, Andi und Andre die Stadt und checkten bei uns in der Hostel ein. Mit ihnen ging ich essen, feiern und Spass haben. wir trafen uns oft am hosteleigenen Pool und spielten Kicker oder liessen uns von den nervigen Englaendern nerven. Die sind hier wirklich ueberall. Keine Hostel unter 70% Englaenderanteil. Meistens sind sie auch nur am trinken.
Ein einziges Mal trafen wir auf Australier, die haben mir irgendwie nicht geglaubt ich sei Deutsch. Sie dachten ich waer Australierin und ich konnte sie auch nicht mit meinem Pass ueberzeugen.
Am Mittwoch wurde endlich meine Folge von "The Chopping Block" ausgestrahlt. Wir trafen uns bei einem Freund von Sandra und starrten voller Erwartung in die Flimmerkiste. Wir strahlten freundlich in die Kamera, Daniela und Frank gaben ein paar kleine Interviews, ueber mich wurde geredet. Dann schimpfte Frank mit dem Starkoch, man sah uns Kellnerinnen Farbkriege kaempfen und dann fleissig im neurenovierten Restaurant arbeiten. Zum Schluss gabs das Ergebnis. Kannte ich natuerlich schon. War nicht so toll. Aber wir haben dementsprechend geschockt geguckt. Oder auch nicht. Sandra behauptete spaeter, ich sei sehr gefuehlslos, aber kennen wir das nicht schon von irgendwoher? ("Marina hat keine Gefuehle") ;)
Letzten Donnerstag (10.4.) kam ich wieder in Melbourne an, wo mich Damian vom Flughafen abholte. Leider musste er auch sofort wieder zu nem Meeting, so dass ich den ganzen Abend mit Joel und Rob im neuen Haus sass. Wir kochten, spielten Playstation und hatten Spass.
Freitag hatte sich Damian extra freigenommen und wir fuhren erstmal zur Autowaschanlage. Wie romantisch. Er hatte sich extra das Auto seines Bruders ausgeliehen, um mich herumzufahren. Leider war es total dreckig, innen und aussen und bedurfte einer liebevollen Hand. Die hatte der Autowaescher anscheinend, denn das Auto funkelte hinterher. Damian und ich waren zwischendurch fruehstuecken gegangen. Ich hatte Canadian French Toast mit Bacon, Egg und Ahornsyrup. Yummy!
Den restlichen Tag verbrachten wir vorm Fernseher und gingen Abends in meine langvermisste Stammkneipe und trafen alle netten Leute von hier.
Am Samstag ging ich zum allerersten Mal zu einem Footballmatch. Die Saison war letzten Monat angefangen und alle, zumindeste die maennlichen Menschen, sind hier vom Footballfieber gepackt. Die Jungs spielen Wettspiele im Internet und gehen staednig ins Stadion. Und am Samstag durfte ich auch endlich dabei sein.
Fragt mich jetzt nicht, wie die Regeln gehen. 36 Spieler, 8 Torpfosten, 1 Ball und viel Gerangel. Das sind die Hauptmerkmale. Eigentlich ist es nicht schwer zu verstehen, wenn man sich denn mal eingearbeitet hat. Und das braucht seine Zeit. Staendig musste ich Damian irgendwelche Fragen stellen, warum der denn jetzt schiessen darf, und warum immer einer der unzaehligen Schiedrichter pfeift. Um mich herum sassen die Fans und schrien staendig irgendwelche komischen Begriffe auf Feld: mark, full, behind.
Wir sahen das Spiel Melbourne Demons gegen Nord Melbourne Kangaroos und zum Glueck gewannen unsere Kangaroos verdient. An die Vereinsfarben blau-weiss muss ich mich erst noch gewoehnen. Sticht schon sehr stark ins Auge. Zum Glueck tragen die doch recht muskuloesen Spieler ziemliche kurze Hosen. So wirds nicht so schnell langweilig.
Ich muss zugeben, dass das Spiel ziemlich interessant werden kann, wenn man es dann mal versteht. Ich sehe mich jetzt auch taeglich mit den Jungs die Kommentare im Sportfernsehen an (davon haben wir ja jetzt noch mehr). So langsam komm ich dahinter. Werd wohl jetzt oefter zu den Spielen gehen.
Am Sonntag begab ich mich auf den Weg zu Zingarella, um die alte Crew zu sehen. Alle warense da. Haben mich mit meinen neuen blonden Haaren kaum erkannt. Ich wurde erstmal von Frank gefuettert und von Daniela ueber meine Abenteuer ausgequetscht. Sie wollten schon wissen, wann ich denn wieder anfange zu arbeiten. Mai oder so.
Chantal, meine Lieblingsmitarbeiterin kam auch noch hinzu und wir tranken den besten Kaffee der Welt und plauederten.
Abends war der der letzte Abend des Melbourne Comedy Festivals und Damian und ich hatten Karten fuer Kirsten Schaal, eine eher unbekannte, aber umso lustigere Person aus Amerika. Sie machte Spaesse ueber Pochahontas, betrunkene Voegel, ihren Freund und Anne Boleyn. Es war herrlich, wir konnten uns kaum halten vor lachen.
Hinterher holten wir uns das wohl leckerste Thaicurry in ganz Melbourne und fuhren nach Hause. Dort wurden grade die letzen Runden der PS3-Fifa08-House-Championship ausgetragen. Damian und ich spielten zusammen und schlugen gekonnt Rob und Pat im Elfmeterschiessen. Wooh, housechampions rule!
Montag verbrachte ich damit, meine gesammelten Fotos online zu stellen. Dienstag traf ich mich mit Damian uns seinen Arbeitskollegen zum Lunch. Es gab Dumplings (sowas wie asiatische Maultaschen), ging shoppen (teure Schuhe meine Lieblingsmarke Tigers) und zu Zingarella. Dort wurde mich ein weiteres Mittagessen verabreicht. Abends gingen wir ins Kino: Lars and the Real Girl. Umbedingt gucken, wenns in DE kommt. Sehr lustige Geschichte ueber einen Einsiedler, der sich in eine Gummipuppe verliebt.
Donnerstag war chillen angesagt, ich ging eine Waage einkaufen. Die fehlte hier im Haushalt noch. Also jetzt nur ne kleine Lebensmittelwaage. Eine fuer mich brauch ich grad nicht. Abends waren Damian und ich bei Zingarella essen und stopften und regelrecht voll: Tomatenbrot, Oktopus, Ravioli, Kalb, Schokoladenkuchen, Wein, Bier, Schnaeppsken. Es war alles da und der Teller hinterher leer. Deswegen schein auch heute schoen die Sonne.
So, ich glaube das wars erstmal. Hab jetzt meinen gesamten Morgen und halbten Nachmittag damit verbracht, hier etwas zu fabrizieren. Ich hoffe es hat sich gelohnt. Sonst ist ja heute nix passiert, nur das der Foxtelmann da war, aber das wisst ihr ja schon. Ich geh jetzt mal die Waesche aufhaengen und einkaufen. Morgen gibts Pfannkuchen.
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