15 Januar 2008

Babyalarm

Tach auch. Schoenes Wetter heute, ne?
Verdammt, ich konnte mich nicht piercen lassen, weil der doofe Pinoeppel bei mir im Ohr zu klein ist. Na super. Und ne andere Stelle viel mir auch so spontan nicht ein. Deswegen lies ich es lieber sein und ging dann halt zur Arbeit.

Ich arbeite mir grad die Fuesse wund, da meine Chefin ihr Kind ja bald erwartet. 55 Stunden sind keine Seltenheit, aber dafuer werd ich ja auch bezahlt. Nun war es gestern (14.1.) endlich soweit. Ich bekam eine SMS von Daniela: Die Fruchtblase ist geplatzt, wir halten dich ueber weiteres auf dem Laufenden. Juhuuu. Das Kind kommt. Ich hoffe ja, dass es eiin Junge wird, Maedchen mag ich im Allgemeinen ja weniger.
Gut, meine Wochenstunden werden sich jetzt auf 60 erhoehen, aber zum Glueck kann ich manchmal mit Sandra arbeiten, weil die bei uns jetzt auch ein paar Stunden bekommt.

Was ist noch passiert im Land der Kaengarus? Nicht viel, wie gesagt, ich steck grad alle Energie in die Arbeit. Die Jungs waren bis zum 8.1. in Perth und kamen recht braun gebrannt ausm Urlaubt wieder. Ich war am Montag davor noch im Park und hab mir nen leichten Sonnenstick geholt. Das geht hier schnell, deswegen duerfen die Schulkinder auch nie ohne Kappe in die Pause.
Am Dienstag trafen wir von Zingarella dann unsere Produzenten. Ich weiss garnicht, ob ich euch schon von der TV Show erzaehlt hab, an der wir teilnehmen. Ich glaub schon.
Auf jeden Fall wurde besprochen, was wann gefilmt wird, was wir machen muessen und das wir alle 3 Tage mikrofoniert werden. Oh Gott, wird das peinlichm, ich lauf naemlich die ganze Zeit fluchend durch die Gegend und reg mich ueber irgendwelche Kunden auf. Ich glaube das muss ich einstellen oder es wird ein einziges Piiiiieeeeepen zu hoeren sein, wenn ich rede.
Als wir endlich nach Hause durften haben die Jungs fuer uns Marlin aufs BBQ geschmissen. Ja genau, wir habens Nemos Vater gegessen, in einer Soja-Sesam-Sauce und es war zu lecker. Armer Fisch..

Die restliche Woche habe ich durchgearbeitet und jetzt sitze ich hier und warte auf einen Anruf von Frank, dass das Baby gut gelandet ist.
Ich glaub ich geh noch schnell inne Stadt und kauf ein Geschenk.
Bis Bald

03 Januar 2008

I wish you a Merry Christmas and a Happy New Year!

Ein froehliches Neues Jahr wuensche ich euch allen! Ich hoffe ihr hattet alle einen guten Rutsch und natuerlich auch ein frohes Weihnachten. Wie ich gehoert habe gab es keinen Schnee, hier auch nicht, aber das duerfte nich so ein grosses Problem gewesen sein. Euer Schnee kommt bestimmt noch. Meiner dann in ein paar Monaten.
Also was ist mal wieder passiert? Lasst mich konzentrieren. Zwar ist nicht so viel Alkohol geflossen, aber die ganzen Pillen lassen einen doch auch schon dahindoesen.

Dann war ich wohl am 20.12. beim Frisoer. Ich wollte einfach nur "kurz", denn bei den Temperaturen hier sitzt einem der Schweiss staendig im Nacken und das nervt gewaltig. Vor allem bei der Arbeit. Ok, dann sass ich halt auf dem Stuhl, konnte der Frisoese nur so halb erklaeren, was ich wollte, denn schliesslich wusste ich es selber nicht genau. Dann fing sie an zu schnippeln und es wurde kuerzer und kuerzer, aber noch nicht kurz genug.
Als sie fertig war, dachte ich unsere Angela saesse vor mir. Ich musste mich erst mal dran gewoehnen, dass alles unten herum so luftig ist. Ist trotzdem ein tolles Gefuehl und man kann auch wirklich unheimlich viel mit meinen Haaren anfangen. Das koennt ihr auch bald auf den Fotos zu sehen.

Am Abend bekam ich eine Sms von Loes, einer hollaendischen Freundin die fuer eine Woche bei uns in der Hostel in Edinburgh gewohnt hat. Wir waren immernoch ueber Facebook in Kontakt und sie war mit ihren Eltern auf Australienurlaub. Wir trafen uns ein paar Bierchen in der City. Dort gab es auch einen lebendigen Adventskalender an einer Hochhauswand. Das war sehr ansprechend.
Auf dem Weg zur naechsten Bar wurden wir von einem sehr mysterioesen Suedamerikaner aufgehalten, der uns folgen wollte. Der hatte seine eigene Jim Beam Flasche mit und draengte sich auf unsere Fotos. Zum Glueck verschwand er irgendwann von selbst.
Der Abend verlief weiterhin ohen grosse Vorkommnisse, es war schoen Loes wiederzusehen und wenn ich dann mal nach Holland komme, hab ich doch direkt Kontakte.

Die weitere Woche lief so dahin, es war recht busy mit ueberfuellten Xmas functions, sich anschmachtenden Liebespaaren und nervenden Grossfamilien. Zum Glueck nahm ich immernoch mein Paracetamol und war ein wenig geistesabwesend.

Am 23. traf ich mich mit David und Margarete, meinem deutschen Arbeitskollegenpaerchen aus Bayern auf eine nette Partynacht auf der Brunswick Street, der Hippiemeile schlechthin. Wir zogen von Pub zu Pub, trafen noch die Sandra und landeten im Bimbo's, der Lieblingsbar unserer Jungs. Die trafen kurze Zeit spaeter auch noch ein und dann gings natuerlich richtig los. Litschivodka+Soda+Limone=lecker. Die Musik (elektronische) gefiehl mir persoenlich sehr gut, Sandra nicht so, aber wir tanzten troztdem alle froehlich.
Zum Glueck kam auch direkt ein Taxi, als wir aus der Tuer torkelten und Damian, Rob und ich rockten zu Bollywood-Dance-Music das Taxi. Was ein guter Start in die Weihnachtszeit.

Heiligabend: *Morgen Kinder wirds was geben, morgen werden wir uns freuen...* Ja genau, morgen erst, denn auch hier in Australien werden die Geschenke am 25.12. (Christmas Day) verteilt. Was ein Jammer.
Da ich mich ja freiwillig gemeldet hatte am Abend zu arbeiten, um nicht alleine Zuhause rumsitzen wolle, goennten uns Sandra und ich ein Weihnachtsfruestueck. Mal wieder auf der Brunswick Street setzten wir uns in ein nettes Cafe und wurden durch die Wolken am Himmel schoen in Weihnachtsstimmung gebracht. Wir bestellen uns ein ganzes Buffet: Pancakes, Obstsalat, Orangensaft, Kaffee, Schinken-Tomaten-Kaese-Croissant und stopften uns dermassen voll. Wie immer eigentlich, wenn man uns Backpackern was zu Essen vor die Nase stellt. Man weiss ja nie, wann man das naechste Mal etwas Essbares zwischen die Finger bekommt.
Wie auch immer, es war soooooo lecker. Nur konnten wir uns auf dem Rueckweg nicht mehr bewegen und kugelten nach Hause.

Auf der Arbeit war recht viel los, es wurde noch schoenes Wetter und Marga und ich liefen uns die Hacken wund. Wir wurden nach der Arbeit mit Bierchen und shots belohnt, so dass ich aufm Weg zum naechsten Bottle Shop (Laedchen wo es Unmengen von Alkohol gibt) schon pissed (betrunken) war. Hab ein 4pack VodkaLemon fuer Sandra und mich geholt, so dass wir es uns auf der Couch bei Lemontarts und den Griswolds gemuetlich machten. Der Alkohol machte sich an die Arbeit und verbreitete Muedigkeit in meinem ganzen Koerperchen, so dass ich schon in der Haelfte des Films einschlief.
Aufgeweckt vom Abspann verkrochen wir uns in unsere Bettchen. Was ein schoener Heiligabend.
*Morgen Kinder wirds was geben, morgen werden wir uns freun...*

Christmas Day: Wo sind die Geschenke? Ach, menno, immer noch nicht da. Dafuer bin ich doch extra frueh aufgestanden, um Santa vielleicht noch zu erwischen. Naja, egal, wenigstens schien die Sonne. Ich musste mich dann auch fertig machen, denn Damian wollte mich abholen. Wir fuhren zu seinen Eltern und dort gab ich leckeren Christmas Lunch. Seine 6! Geschwister, deren Freund und Freundin, Nichte, Eltern und Verwandte waren da, so dass ich schnell den Ueberblick verlor, wer jetzt wer war oder zu wem ghoerte. Dann holten wir Sandra vom Bahnhof ab, denn die Gute musste ja an Weihnachten arbeiten. Dann war es endlich so weit. Sandra und ich tauschten unsere Geschenke aus. Wir hatten umanbhaengig vom Wichteln etwas fuer einander besorgt.
Die Spannung war gross, Trommelwirbel: Tahdaah! Ich bekam ein ultracooles Billabong Portemonaie von Sandy und sie einen Gutschein fuer einen Trip nach Philip Island. Das ist eine Insel in der Naehe von Melbourne, wo jeden Tag Hunderte von suessen Pinguinen Parade laufen. Hach, herrlich.
Als wir fertig waren, spielten wir lustig an dem neuen Gitarren-X-Box-Spiel von Damians Bruder, wo man eine richtige Gitarre als Joystick in der Hand haelt und die Toene nachspielen muss. Haha, mit ein paar Glaeschen Wein, war es natuerlich noch lustiger.
Kurze Zeit spaeter waren wir auch schon bei Joel Zuhause in seinem, sagen wir mal bescheiden, Palast. Seine Eltern, ein paar Nachbaren, seine Schwester+Mann, Ben und Hunde waren da. Wir schmissen den Barbie an, tranken, lachten und hoerten am Ende so laut Musik, dass wir kaum ein Wort des anderen verstanden. Das haben Joel und sein Vater gemeinsam. Wenn die Musik in die Finger bekommen, wird laut gestellt, egal wer dabei ist. So ist das bei uns Zuhause auch. Das ist glaube ich auch der Grund, warum wir bald ausziehen muessen. Aber das ist eine andere Geschichte.
Spaeter als dann fast alle weg waren und nur noch der harte Kern uebrig blieb, guckten wir, ganz weihnachtlich romantisch "Tatsaechlich Liebe" an und gingen.
Joel lief ploetzlich kotzend aus dem Zimmer und bald darauf wurden Sandra, Damian und ich von seinem Bruder nach Hause gebracht.

Am naechsten Morgen, 26.12. (Boxing Day) mussten wir eigentlich frueh raus, denn Joel und Rob mussten zur Arbeit, doch das verzoegerte sich eine Weile, denn Joel musste sich erst faehig machen, wieder Auto zu fahren. Irgendwie war er auch nicht in Arbeitsstimmung und meldete sich krank.
Sandra und ich gingen ins Bett, denn wir mussten spaeter Arbeiten.
Ja, so war mein Weihnachten. Recht australisch wuerd ich sagen.

Am 28. wollten Sandra und ich eigentlich shoppen gehen, aber wir bekamen von einer netten Lady einen Gutschein fuer 2 fuer 1 Eintritt fuer die Rialto Towers (fortan nur noch im Singular benutzt, auch wenn es zwei Zwillingstuerme sind) in die Hand gedrueckt. Was naetuerlich toll war, war ja schliesslich schoenes Wetter. Um das aber mal genau zu erklaeren: Der Rialto Tower sind die zweitgrossten Gebaeude Melbournes. Nur der Eureka Tower ist groesser. Der steht aber nicht ganz direkt im Zentrum, sondern in der Southbank am Yarra River.
Im Rialto Tower gibt es ein Stockwerk mit 360 Grad Rundumfenster und so wanderten wir eine Stunde lang herum, schossen Fotos und gingen auf die Aussenterasse. Melbourne is von oben fast noch schoener als von unten. Aber nur fast.
Wir haben Haeuserdaecher in Herzform, Kinderspielplaetze, Swimmingpools, Tennisplaetze auf Daecher gefunden, konnten sehn wo wir wohnen und es war einfach nur ein herrlicher Ausblick. Auf der Terrasse war es total warm, sogar der Wind und dass obwohl wir im 55. Stock waren.
Leider hatte Sandra viel zu schnell Hunger, so dass wir runter zu Subway mussten.
Und dann ging es auch schon Richtung Arbeit.

Sonntag nach der Arbeit gingen wir in den Park, hatten ein bbq und gingen dann wieder bowlen. Das ist immer sehr lustig, so mit Schwarzlicht und allem. Ich bin leider der loser der Gruppe, 50 Punkte maximum.
Wie auch immer hatten wir Spass mit den Jungs. Die sollten naemlich Silvester nach Perth fliegenk, weil ein Freund Anfang Januaer dort heiratet. Hui Silvester allein zu Haus. Naja Ben bleibt hier, whatever.

Bis Silvester hab ich schoen durchgearbeitet, denn es herrscht bei uns grade Arbeitskraft mangel. Mag vllt daran liegen, dass alle gekuendigt werden. Haha..Daniela ist grad ziemlich mies drauf, sie erwartet jede Sekunde ihr Kind und ist total reizbar. Mir gegenueber nicht so, das ist gut.
An Silvester war es mega voll, wir waren unterbesetz, so das Frank und Daniela keine Lust hatten lange aufzulassen. Zwar kam noch Jean-Paul, der schwule Freunde meiner Arbeitskollegin Chantal, zur Hilfe, das machte aber nicht viel aus. Wie geil! Ich dachte schon, ich wuerde ein schreckliches Silvester im Restaurant verbringen. Aber nein, erstens kam es anders, zweitens als man denkt:
Nachdem um wir um 11 endlich alle Gaeste rausgequaelt hatten, konnten wir anfangen zu putzen und legten uns maechtig ins Zeug. Schliesslich wollten wir noch in den Park, das Feuerwerk sehen. Als wir um 11.30 fertig waren, genehmigten wir uns 2 Jaegerbomben, ein Glas Moscato und ein Bier. Da es in Australien nicht erlaubt ist, auf offener Strasse Alkohol zu konsumieren, musste ich mein Bier exen, und weil ich so ein hilfsbereiter Mensch bin, half ich doch auch glatt JP und Chantal bei ihrem Bier. Hui, da war ich aber schon lustig drauf.
Wir rasten dann in den Park, mussten noch Chantals Auto parken, die wohnte naemlich direkt gegenueber. Rechtzeitig im Park angekommen, ging um Punkt 12 ueber der Stadt das Feuerwerk los. Es war recht ok. Nicht sehr gross, aber trotzdem schoen.
Irgendwann ist auch das schoenste Feuerwerk zu Ende und wir gingen zu Chantal, eigentlich nur um uns kurz fertig zu machen.
Die wohnt in einem ziemlich poshen Apartementblock mit Pool und Daniela wollte eigentlich nur ihre geschwollenen Beine abkuehlen, doch kurze Zeit spaeter planschten Dan, Frank, JP, Chantal und ich froehlich und voll bekleidet herum. Was ein schoener Spass. So laesst sich Silvester feiern.
Gut, wir mussten dann auch noch duschen und uns fertig machen. Meine Klamotten waren patschnass, nur meine undies schmiss ich in den Trockner. Was ein Glueck, dass Chantals nicht anwesende Mitbewohnerin die gleiche Groesse hatte wie ich und ich mir ein nettes Kleid schnappen konnte.
Jetzt musste wir nur noch die Haare stylen und weil Silvester war, wollte ich was cooles. Und was ist cooles als ein Iro? Nix! Mit Unmengen von Wax, Haarspay und Foen ging es an die Arbeit und das Ergebnis war einfach zu geil. JP kriegte sich vor lachen nicht mehr ein.
Schnell ab in ein Taxi und auf nach South Mel, wo ein Freund von JP Manager einer Bar war. Dort gab es Getraenke von uns, Barkeeper in den knappesten rosa Hotpants und ein paar nette Schwule mit den aufregendsten Muskelshirt. Sandra hatten wir in der Zwischenzeit auf der Arbeit aufgegabelt, so dass wir jetzt zu viert feiern konnten. Chantal, JP, Sandra et moi. An das Verlassen der Bar konnte ich mich jetzt nicht mehr erinnern, ich weiss nur, dass Sandra hinter die Bar rennen wollte, um sich selber Getraenke einzuschenken..
Wir wollten in die Stadt laufen. Ich textete mich froehlich durch mein Addressbuch und kam dann auf die gloreiche Idee Natalie anzurufen. Ihre Nummer kannte ich schliesslich auswendig. Dachte ich. Ich waehlte also schoen die Nummer, merkte aber nicht, dass ich eine 7 zuviel hatte. Und so landete ich bei einer armen Frau im Umkreis Froendenbergs, die garnicht verstand, warum ich so sauer auf sie war. Ich schrie ihr die ganze Zeit "Ich will mit Nati sprechen" ins Ohr und auf die Antwort "Hier gibts keine Nati" schrie ich ihr nur ein lautes "Jawohl!" entgegen. Nach ein paar Minuten gab ich auf und musste feststellen, dass es die falsche Nummer war.
Nun muss es wohl eine arme alte Frau geben, die sich wundert, warum betrunkene sture Maedchen aus Australien anrufen und sich nur mit einer Nati zufrieden geben.
Irgendwann hatte ich endlich Nati am Apperat, ich weiss nur nicht mehr, worueber wir uns unterhielten.
Nach kurzer Zeit standen wir bei Maccas, irgendwer hatte Hunger. So wie 2379 andere Menschen auch. Dann gingen wir *Luecke* und dann nach *Luecke* und fuhren *Luecke* *Luecke*, bis wir endlich Zuhause landeten. Chantal und JP fuhren nach Hause und Sandra und ich bereiteten uns auf ein Mitternachtsbarbie vor. Nur leider bekamen wir den Grill nicht an und mussten mit einer Pfanne vorlieb nehmen.
Im Kuehlschrank gab noch Wuerstchen und ein halbe Flasche Moscato. Die kralle ich mir ersteinmal. Und als geborener Grill Specialist stellte ich mich gleich an den Herd. Eine halbe Flasche Oliven Oel sollte genuegen, die Wuerstchen sollten ja nicht zu trocken sein. Irgendwann spuerte ich leichte Schmerzen auf den Armen, bis ich feststellte, dass das Fett nur so spritzte. Am naechsten Morgen sahen meine Arme echt uebel aus.
Der Schmerz hat sich gelohnt, die Wuerstchen und das dazu passende Sandwich auch. Ben und Casey kamen nach Hause, schliefen fast auf den Sofa ein, was ich natuerlich fuer unmoeglich hielt, wenn man bedenkt, dass ich die Musik auf circa 189 dB gedreht hatte. Und das um 6 Uhr morgens.

Am naechsten morgen wachte ich mit einem ueblen Kater um halb 11 auf, der Iro noch voll da und konnte mich an nicht mehr viel erinnern. Der Anblick des Wohnzimmertisches bereitete mir noch groessere Uebelkeit.
Ich rief auf der Arbeit an, ob ich Sandra mitbringen sollte, denn wie ich wusste herrschte immer noch Mangel. Daniela war voll verzweifelt und fragte, ob wir jetzt schon kommen koennten. Eigetnlich haette ich um 2 angefangen, aber naja. Sie wusste dass ich immer noch besoffen war, fands auch nicht so schlimm, aber so lange ich mich auf den Beinen halten konnte...
Nun gings also los. Auf der Arbeit herrschte Chaos und bald hatten wir kein Essen mehr. Juhu, wieder ein Grund frueher zu schliessen und puenktlich um 5 durften wir gehen.
Wir gingen mit Pan und Ben in den Pub und assen ein wohlverdientes Steak. Medium-well. Viel zu trocken.

Donnerstag hatte ich frei und ging morgens zum Arzt und endlich meinen Ausschlag zu beseitigen. Der Arzt machte einen Bluttest konnte aber nix finden und verschrieb mir eine Creme. Wenigstens lohnt es sich bei meinen ganzen Krankheiten fuer die Versicherung zu bezahlen.

Gleich geh ich mich mit Sandra piercen lassen. Ich weiss nur noch nicht wo.
Schmerz lass nach.

20 Dezember 2007

Gesund und nicht so munter

Kinders ich bin wieder auf den Beinen. Nur bin ich noch nicht richtig fit, kann aber auch grad am Kater liegen. Wir waren gestern im Pub, den letzten Antibiotikatag hatte ich hinter mir und das musste gefeiert werden. Es war Trivia Night im Comfy Chair, was uebersetzt "gemuetlicher Stuhl" bedeutet. Eigentlich gibts in dem Pub aber keine Stuehle, sondern nur Sessel und Sofas, das ist natuerlich etwas verwirrend.
Wir mussten uns in Teams zusammenrotten und fragen beantworten, genauso wie in Edinburgh beim Pubquiz. Aber das coole hier ist, dass auf einer Leinwand kleine Kinofilmausschnitte, als Arie getarnte Popsongs und lustige Bilderraetsel eingezeigt werden. Die bringen natuerlich auch die begeherten Punkte, von denen "Team Schniedel" leider ein paar zu wenig hatte, um den ersten Platz und damit einen $30 Gutschein von der Bar zu ergattern. Wir kamen zweiter und konnten uns mit 2 Kruegen Bier vergnuegen.
Ja, man kann naemlich in jedem Pub Bier in Kruegen bestellen, das sind 2 Pints und genau 1,136 Liter. Dann kann man ja noch Pints bestellen, 568 ml, und Pots, genau ein halber Pint. Aber das gilt hier nur fuer Victoria. Ist man in einem andern Bundesstaat heissen die Glaeser auch mal Schoner oder so.
Anyway, als wir dann zu Hause waren, haben wir noch ein wenig weiter abgerockt aber gingen schon relativ frueh ins Bett. Alle waren betrunken, mussten aber leider heute wieder zur Arbeit, ausser mir, ich hab frei.
Und ich geh dann auch gleich meine Haare schneiden. Was da wohl bei rumkommt. Ich braeuchte eigentlich eine hitzeunempfindliche, leichte Sommerfrisur, so a la Hella von Sinnen, das waer nicht schlecht. Aber der nette Frisoer soll mich doch erstmal beraten.

Was ist sonst noch passiert? Am Dienstag waren wir im Kino und haben Beowulf geguckt. Gott, war der Film schrecklich. Erstens war der so langatmig und hat garnicht mehr aufhoeren wollen, zweitens war der so gruselig, dass ich mich bei 2/3 des Films mit der Hand vor den Augen im Kinosessel versteckte. Ich konnte einfach nicht hinschauen. Es war zu schrecklich. Geholfen hat auch nicht, dass Damian im Sessel neben mir, mich zusaetzlich bei den gruseligen Stellen erschreckte. Ich konnte die Nacht kaum schlafen!

Am Sonntag kamen die Jungs vom Festival wieder, alle noch total zugedroehnt, vollgedreckt, mit Farbe beschmiert und einfach nur voellig fertig. Ich dachte, ich den tu den mal was Gutes und back ein paar Plaetzeken. Is ja Weihnachten, nech. Hab dann das gute Vanillekipferl-Rezept aus dem Dr. Oetker Backbuch von Zuhause besorgt und dann ging die Session los. Die ersten wurden ein wenig dunkel, aber waren noch voellig geniessbar. Aber je mehr aus dem Ofen kamen, desto besser schmeckten sie. Am Ende hatte ich so 100 Kipferl fertig und das Haus roch herrlich nach Weihnachten. Die guten Kekse konnte sogar die Jungs ansatzweise wiederbeleben.
Uebrigens hiessen die Kipferl hier Schniebli, denn die anderen deutschen Maedels hatten einmal sehr umwerfende Spaetzle gekocht, doch die Jungs konnten Spaetzle nicht aussprechen. Deswegen hiessen die Spaetzle nur Schniebli und anscheinend alles unaussprechbare Deutsche wird jetzt hier nur noch Schiebli genannt.

Die anderen Maedels sind uebrigens am Sonntag gefahren, um jetzt doch den Job in Apollo Bay anzunehmen. Beinahe ging da schon wieder was schief. Immerhin hatten sie Zeit, mich waehrend meines Dahinvegitierens zu unterhalten.

Am Dienstag hatte ich wieder meinen ersten Arbeitstag und ich hab mich gleich viel besser gefuehlt. Zwar hatte ich noch ein bisschen Mandeln, und Ohren und Ruecken auch, aber das ist heute auch schon wieder weg.
Ich musste also einen Tisch mit 27 Australiern bedienen, die ihre daemliche Weihnachtsfeier bei uns hatten. Ist zwar gut fuers Geschaeft, aber nicht fuer die Nerven. Trotzdem lief alles reibungslos, ich war richtig stolz auf mich. Aber das mit dem 27 Teller auf einmal tragen muss ich wohl noch mal ueben.

Eigentlich hatten wir geplant am 24. und 25. das Geschaeft zu schliessen. Richtiges Weihnachten ist ja hier erst am 25. aber Dan und Frank wollten mal ein bisschen Zeit fuer sich. Das hat sich wunderbar getroffen, denn am 24. wollten wir mit den Jungs schon nach Woodend, deren Heimatstadt fahren und die Familien kennenlernen. Am 25. gibt es Abends immer eine Megasause im Hause der Arnotts (Joels Familie), wo anscheinend die halbe Stadt antanzt.
Jetzt hat sich aber der Plan geaendert. Sandra muss am 24. abends und am 25. morgens arbeiten. Doch ich kann die arme Sandra nicht alleine an Weihnachten lassen, also bleib ich am 24. noch in Melbourne, werd am 25. von Damian abgeholt und Sandra kommt mit dem Zug nach. Eigentlich waere dass ja ein langweiliger Heiligabend gewesen, haette ich auch Sandra warten muessen, doch dann hat sich Daniela gemeldet, dass wir doch geoeffnet haben und ich hab angeboten Abends zu arbeiten. Dann kommt wenigstens keine Langeweile auf. Auch gut, dann kommt wenigstens noch Geld in die Kasse und an Heiligabend geben die Leute wenigstens ordentlich Trinkgeld.

Jetzt muss ich aber los. Zum Frisoer und das doofe Wichtelgeschenk kaufen, von dem ich immernoch keinen blassen Schimmer habe.
Merry Christmas!

14 Dezember 2007

Night fever, night fever..

Nun melde ich mich auch endlich mal wieder. Wurde aber auch Zeit, denn es ist ja schon fast einen Monat her, dass ihr von mir hoert. Es tut mir echt leid, dass ich mich in letzter Zeit nicht mehr so oft von mir hoeren gelassen hab, aber die Arbeit hat mich regelrecht verschlungen. Es konnten auch schon mal 50 Stunden die Woche dabei rauskommen. Aber ich sollte mich nicht beschweren, denn es gibt ja gutes Geld dafuer.
Nun habe ich Zeit fuer euch und das eigentlich auch nur, weil ich grade ziemlich krank im Bett liege und ein paar Tage freibekommen hab. Ich war schon seit ein paar Wochen nicht ganz auf der Hoehe, hab gedacht, dass kommt vom Klima hier. Aber in Wirklichkeit hab ich schon die ganze Zeit was mit mir rumgeschleppt, war recht schlapp, Magenprobleme, Ausschlag, Fieber. Nun hat es meine Mandeln voll erwischt und ich kann garnicht mehr schlucken. Ich war dann endlich beim Arzt, eher in einem Health Centre und dort wird man wie im Fliessband abgefertigt. Mein Arzt weiss jetzt nicht genau ob ich Pfeiffersches Drüsenfieber oder nur ne Mandelentzuendung hab. Wie wunderbar. Ich schluck jetzt erstmal Anitbiotika in der Hoffnung, dass es besser wird.
Mir ist jetzt schon ganz langweilig, alle sind aus dem Haus und die Jungs sind ueberm Wochenende auf einem Festival. Ich weiss jetzt schon nicht, was ich mit mir anstellen soll.
Ich koennte mich um meinn Wichtelgeschenk kuemmern, was fuer mich eine sehr grosse Herausforderung darstellt. Die Jungs, Sandra und ich haben naemlich gewichtelt und ich hab natuerlich denjenigen gezogen, den ich am wenigstens haben wollte. Ich kann euch natuerlich nicht verraten, wer es ist, vielleicht kriegt er das ja irgendwie heraus. Nur einen Tipp: er hasst Strassenbahnen. Naja, vielleicht laesst sich daraus auch gleich ein Geschenk basteln...

Was ist sonst noch geschehen? Ich komme ins Fernsehen :) Genau, ins nationale Fernsehen, denn unser Restaurant Zingarella hat es geschafft, sich gegen ein anderes Restaurant durchzusetzen und darf jetzt an einer Fernsehshow teilnehmen. Was genau das ist, weiss keiner eigentlich genau. Zumindest werden uns und einem anderem Restaurant in naehrer Umgebung Kritiker auf den Hals gehetzt, die in Sachen Essen, Service, Dekoration alles unter die Lupe nehmen. Irgendwie entscheiden dann die Kritiker, welches Restaurant besser ist und dieses bekommt dann $5000 zur Verfuegung und muss innerhalb von 48 Stunden das Restaurant umdekorieren, neuen Menueplan erstellen usw. So ganz versteh ichs auch nicht. Was ich aber sehr gut verstehe ist, dass vom 4.-6. Februar gefilmt wird und ich schon meinen Vertrag unterzeichnet habe. Alles was ich vor der Kamera tue, darf auch gezeigt werden. Ohoh, wir sind alle schon ziemlich aufgeregt. Zwar wird es erst im Juni ausgestrahlt, aber mein Boss wills mir aufnehmen und nach Hause schicken. Das wird so peinlich!

Seit ein paar Tagen, mit Unterbrechungen, sind uebringens Stefanie, Stephanie und Michele bei uns untergekommen. Das sind drei nette Deutsche Maedels, zufaellig auch aus Baden-Wuerttemberg, die irgendwie was mit nem Freund von Ben zu tun haben. Erst haben sie versucht in Melbourne einen Job zu finden, dann im Yarra Valley, einer Weinanbaugegend hier in der Naehe und jetzt haben sie einen Job in Apollo Bay in einem Restaurant.
Sie moegen uebrigens sehr gerne meinen selbstgemachten Teeschnaps. (Jaa, Jessi, biste stolz auf mich, was :P) Ich hatte leider keinen Korn, hab Vodka dafuer genommen und es schmeckt wirklich sehr lecker und knallt auch schoen. Aber mit dem Alkohol ist ja grad sowieso fuer mich Schluss, verdammte Kacke!

Ich ueberlege grade, was wir in letzter Zeit noch so tolles unternommen haben. Kann eigentlich nicht viel gewesen sein, denn ich muss ja eh immer arbeiten und Sandra hat sich jetzt auch endlich mal fuer einen Job entschieden. Irgendwie herrschte da bei ihr kurzzeitig ein wenig Chaos, hatte sie doch 3 Jobs auf einmal. Jetzt arbeitet sie aber bei Saganaki, einem Griechischen Restaurant in den Docklands, und es scheint ganz gut dort zu sein.

Letzten Sonntag war ich bei der Arbeit fertig und bekam von Damian einen Anruf, ob wir denn nicht bowlen gehen wollten. Es war zwar schon 10pm, aber das war ihm egal. Die Jungs waren den ganzen Tag schon am feiern, denn es war Boy's Day bei uns zu Hause. Circa 30 von ihnen lungerten seit Mittags bei uns im Haus und guckten irgendwelche Boxkaempfe. Dementsprechend warenn sie dann auch sehr munter und heiter.
Naja, dann wurd ich halt mit dem Taxi von der Arbeit abgeholt und wir fuhren in die Bowling Bar. Dort gabs ein Spiel umsonst, wenn man sich einen Drink an der Bar holte. Was ein Angebot. Bis 12 bowlten Rob, Damian, Phil, Sandra und ich uns einen zurecht und ich muss sagen, dass ich durch meine zwei Strikes doch noch ins vordere Mittelfeld gerutscht bin.

Letztens war ich auch bei der Massage, eher gesagt Myotherapie, denn ich hatte schon seit einer Woche hoellische Rueckenschmerzen vom Arbeiten. Ich konnte mich kaum noch bewegen und nahm die Schmerzmittel schon zum Fruehstueck. Daniela, meine Chefin kannte aber eine von der Uni Melbourne gesponsorte Massageschule, wo die Studenten mit ihren Professoren richtig massieren uebten. Dementsprechend guenstig war es dann auch fuer mich. Ich bekam den allerletzten Termin im Jahr und wurde von Dean ordentlich durchgeknetet. Zusaetzlich wurden mir noch Nadeln in die Muskeln gesteckt und Vakuumkapseln auf den Ruecken gesteckt. Das zwackte ein wenig und mein Ruecken sah hinterher aus, als waere ich von Aliens verschleppt worden.
Es hat aber geholfen, zwar tats noch ein wenig weh, aber nach ein paar Tagen war alles wieder heil. Die mega Alienknutschflecke sind zwar immernoch zu sehen, aber die machen einen doch erst richtig interessant.

So, im Moment faellt mir nix mehr ein. Es faellt mir auch noch ein wenig schwer mich zu konzentrieren. Ich leg mich wieder hin. Nicht boese sein. Ich hoffe, dass ich bald wieder die Zeit finde, euch mehr zu schreiben. Obwohl ich jetzt schon weiss, das nicht viel interessantes passiert, wenn ich immer nur auf der Arbeit bin.
Falls jemand interessante Geschenkideen habt, immer her damit.
Bis Bald

25 November 2007

Ich platze!

Meine Guete, ich kann mich nicht mehr bewegen. Scheisse, hab ich viel gegessen. Nur noch meine Finger, lassen sich ohne grosse Schwierigkeit ueber die Tasten bewegen. So voll war ich schon lange nicht mehr. Vielleicht letztes Weihnachten...
Wir, die Jungs, Sandra und ich, waren grade bei Zingarella, dem Restaurant wo ich arbeite, essen. Ich wusste ja schon, dass die Portionen massiv waren, aber das alles so saettigend ist, haette ich nicht gedacht. Ich kann mich nicht mehr bewegen!! Wir hatten Oktupus, Tomaten-, Olivenbrot, Croquettes als Vorspeise und ich hatte dann leckere gebratene Gnocchi als Hauptspeise. Das Menue ist wirklich amazing. Ich kann unsere Kunden jetzt wirklich verstehen, dass sie nach dem Hauptgericht kein Dessert mehr reinquetschen koennen.
Das wollte ich euch grade mal mitteilen, so als kleine Nachricht zwischendurch. Ich werde jetzt versuchen die Treppe hochzurollen.
Bis bald!

21 November 2007

Hitze

Es regnet, es regnet, Australien wird nass.... Endlich eine Abkuehlung. Die war auch schon lange ueberfaellig. Ihr werdet es mir wahrscheinlich nicht glauben, aber am Montag waren es stolze 37 Grad und gestern nur ein Hauch kuehler. Die Suppe lief uns in Stroemen herunter und wir konnten uns nur durch ein nicht so ganz kuehles Bad im Meer abkuhelen. Aber das war ja am Montag. Da fehlen ja noch ein paar Tage.
Donnerstag also war ich nur arbeiten. War ganz prickelnd. Busy wie immer, aber alles lief am Schnuerchen.

Freitag sind Sandra und ich zu den Docklands im Westen Melbournes gefahren. Das ist ein ziemlich neuer Stadtviertel, direkt am Hafenbecken des Yarra Rivers gelegen und schon sehr schick. Wir chillten ein wenig am Hafen, hoerten uns in der Mittagshitze ein schnulziges Weihnachts!konzert (man beachte es war der 16. November) an und fuhren dann in die Stadt und hatten Lunch im Park: Seafood Salad & Chicken Snitzel. Danach fuhren wir zu uns in den Park und liessen uns braeunen. Aber nach ein paar Minuten hatten wir keinen Bock mehr, weil uns daemliche Hunde und ihre noch duemmeren Besitzer, laute Voegel und tausende Fliegen extrem nervten. Die Fliegen sind bis jetzt der einzige negative Aspekt Australiens. Die sind wirklich ueberall und an einem warmen Tag, also fast jeden Tag, fliegen die bekloppt um dich rum und lassen dich nicht in Ruhe. Man kann sie eigentlich nur ignorieren und versuchen nicht sofort auszurasten. Sieht man denn mal auf der Strasse jemanden wild mit den Armen wedelnd und fluchend auf einen zukommen, muss man keine Angst haben, etwas Schreckliches sei geschehen. Nein, derjenige ist einfach nur wegen der Fliegen ausgerastet. "Fuck off you little bastards" ist noch einer der netteren Ausdruecke.
Wieder beruhigt waren wir dann zu Hause und ich ging zur Arbeit. War total busy, alle kamen wie immer auf einmal und das Wetter war auch leider zu gut. Aber als wir endlich die Tuer schliessen konnten, war es wie immer ein gutes Gefuehl, wie viel wir doch wieder an dem Abend geschafft hatten. Kellnern macht wirklich suechtig.

Am Samstag hatte ich meine erste Fruestuecksschicht. Zum Glueck machen wir immer erst um 9 auf. Nicht zu frueh und nicht zu spaet. Es war eigentlich ganz chillig und das Essen sah wie immer so verlockend aus. Ich haette mich am liebsten immer auf die Ricotta-Pancakes with Berries gestuerzt oder auf die Nutella-Crepes. (Die werden hier uebrigens hier Kraehbbs ausgesprochen. Nur mal so am Rande.)
Um 3 hatte ich eine Pause, denn am Samstag hatte ich meine erste Splitshift, was heisst soll: morgens bis abends durcharbeiten mit 2 bis 3 Stunden Pause dazwischen. Ich fuhr also nach Hause, hatte ein Nickerchen und um halb 6 war ich wieder auf der Arbeit. Ich kam also locker auf 12,5 Stunden am Samstag, wirklich gutes Geld.
Als ich nach Hause kam, kamen meine Mitbewohner auch grade aus der Stadt wieder, etwas angetrunken, und nervten mich ein wenig.

Am Sonntag ging das ganze wieder von vorne los. Fuer ganze 12 Studen.

Montag hatte ich endlich frei und meine Fuessen konnten nicht gluecklicher gewesen sein. Ich hatte drei Blasen von meinen neuen Schuhen, meine Knie waren steif und ich konnte kaum schlafen, obwohl ich schon Schmerztabletten geschluckt hatte. Aber da muss man durch. Ein Indianer kennt kein Schmerz und Schmerz laesst nach. Meine Fuesschen wurden mit einer Massage und sehr atmungsaktiven Flipflops (hier thongs genannt) belohnt.
Es war uebringens dieser oben erwaehnte heisseste Tag unserer bisherigen Australienkarriere. Also fuhren wir nach St. Kilda zum Strand. Dieser Stadtteil liegt suedlich vom Zentrum und man braucht mit der Tram ungefaehr 45 Mintuen. Die Trams sind hier uebringes sehr lustig. Es gibt fast keine Stopknoepfe, sondern eine Art Waescheleine, die sind einmal quer oben durch die Strassenbahn spannt, und wenn man austeigen moechte reisst man dann an der Waescheleine. Ich versuch immer die erste zu sein, die fuer meinen Stop drueckt, denn es macht so Spass das Laeuten zu hoeren.
Anyway, in St. Kilda sieht es ein wenig aus wie die Strandpromenade von Ibiza und der Sand war ganz fein und viel zu heiss, um ohne Schuhe drueber zu laufen. Es war zwar nicht der sauberste Strand, aber er diente seinem Zweck. Wir plantschten herum, gaben uns gegenseitig Sandpeelings, versuchten kleine lebende Muscheln zu oeffnen und ich gab Sandra Schwimmunterricht.
Dann liessen wir uns in der Sonne trocknen, trugen die zwanzigste Schicht Sonnencreme auf und wurden gebraten. Ich glaubte sogar den Hauch einer leichten Faerbung am naechsten Tag gesehen zu haben.
Auf dem Heimweg stand ploetzlich James vor uns. Der hatte mit uns in Edinburgh in der Jugendherberge gewohnt und wir hatten uns das letzte mal im April gesehen. Und nun stand er an der gleichen Tramhaltestelle und ass einen Doener. Was ein Zufall! Die Welt ist doch ein Dorf. Wir tauschen also Nummern aus, fuhren nach Hause, hatten Dinner und gingen mit den Jungs zum Sportplatz, wo die so ein komisches selbstausgedachtet Spiel, eine Mischung aus Squash und Fussbal, spielten. Sandra waren nicht gerade gute Zuschauer und hatten Besseres zu tun, also die Jungs anzufeuern.
Spaeter spielten Damian und ich noch eine Runde Trivial Persuit, die ich natuerlich fuer mich entschied. Haha.

Dienstag: Ich musste zu Vodafone, denn mein Handy war kaputt. Ich konnte schon seit Tagen keine SMS mehr empfangen oder senden. Wer mir also einen text geschickt hatte, soll bitte nicht boese sein, dass ich nicht geantwortet habe. Ich hab einfach nix bekommen. Nach einer halben Stunde ging alles wieder und ich bin wieder ein glueckliches Handybesitzer.
Nach einem koestlichem Sushilunch, fuhr ich nach Hause, wusch weisse Waesche bei 30 Grad und fuhr zur Arbeit. Zum Glueck war es schon ein bisschen am nieseln und so war nicht allzuviel zu tun. Ich konnte also gut meine Fuesse schonen.
Am Sonntag gehen also alle von 107 Wilson zu mir ins Restaurant und wir werden ein koestliches Festmahl zu uns nehmen, denn ich habe fuer die Jungs, Sandra und mich einen Tisch gebucht. Oh ich freu mich schon.

14 November 2007

Klettern und Kino

Sonntag wurde ich sehr frueh geweckt, denn Ben wollte mit uns einen Ausflug nach Woodend, dem Heimatort der Jungs, eine Stunde noerdlich von Melbourne, unternehmen. Um 10 fuhren wir, Sandra, Ben, Rob und ich, in der Hitze los und zum Glueck hatte unser Auto eine Klimaanlage. Nach einem Halt an der Tankstelle, einem ausgewogenen Snickersfruehstueck und einer Fahrt durch die immer australischer aussehende Landschaft, kamen wir am Mount Macedon an. Zum Glueck konnten wir dem Auto fast direkt zur Aussichtsplatform hochfahren und mussen nur ein Stueckchen laufen. Eigentlich war das auch kein wirklicher Berg, mehr so ein Huegel, aber fuer australische Verhaeltnisse schon extrem hoch. Oben stand ein Kreuz, das an die
Gefallenen des ersten Weltkrieges erinnerte und wir hatten einen wundervollen Ausblick ueber die Woodend-Region.
Weiter gins zu einem See ganz in der Naehe, wo wir auf ein Paar stiessen, das grade am yabbying war. Yabbys sind kleine Krustentiere, eine Flusskrebsart, die ihre Umgebung gerne sauber halten. Um diese Tierchen nun zu fangen, muss man einfach ein Stueckchen Fleisch an eine Schnur binden und ins Wasser haengen. Da die yabbies halt keine Unreinheiten moegen, versuchen sie die Fleischstuecke zu entfernen und wenn man jetzt das Fleisch langsam ans Ufer zieht, folgen einem die kleinen doofen yabbies direkt ins Netz. Richtige kleine bloede Delikatessen sind das. Yabbying ist also eine richtige australische Freizeitbeschaeftigung, falls ihr euch schon einmal gefragt habt, was Australier so tun, wenn ihnen langweilig ist.
Dann fuhren wir zum Magnetic Mountain, eine recht unscheinbare etwas bergauffuehrende Landstrasse und hielten mitten auf ihr an. Etwas fraglos wussten Sandra und ich nicht, was wir machen sollten und warteten also. Uns wurde grosses Kino versprochen. Ben nahm den Gang raus, lies die Bremse los und ploetzlich fuhren wir wie von Geisterhand den Berg hoch! Es war nicht gerade steil, aber mit Sicherheit waere man bei einem normalen Berg wieder nach unten gerollt. Wir rollten aber nach oben! Man war das unheimlich. Man sagt, es komme von den magnetischen Kraeften die dort herrschten, aber das glaube ich nicht ganz. Ich hab gleich einen Film davon gedreht, den ihr hoffentlich bald zu sehen bekommt.
Nach diesem atemberaubenden Erlebnis mussten wir uns ersteinmal staerken und fuhren direkt nach Woodend. So sieht also eine australische Kleinstadt aus, etwas trostlos, kleinstaedtisch halt.
Nun mussten wir uns einer wirklich anstrengenden Herausforderung stellen: Hanging Rock! Dieser alleinstehende Felsklumpen ist sehr schoen, es gibt viele kleine Hoehlen und Felsvorspruenge. Doch bevor ich fortfahre, muss ich euch noch in die tiefen Geheimnisse dieses Steins einweisen. Es gibt eine wirklich unheimliche Geschichte, die ich euch nicht vorenthalten moechte:
Es geschah an einem sonnigem 14. Februar 1900, als die Schuelerinnen eines Maedcheninternats zu einem Picknick am Hanging Rock aufbrachen. Im Laufe des Tages stiege vier Maedchen auf den Felsen, um die Aussicht zu geniessen. Als sie nach einer Weile nicht auftauchten, stieg auch ihre Lehrerin nach oben, um sie zu suchen.
Doch sie alle kamen nicht wieder. Erst am Abend, als schon die Suche voll im Gange war, kam eines der Maedchen voellig hysterisch zurueck. Sie konnte nicht erklaeren was geschah, hatte ihre Erinnerungen verloren und auch nach tagelanger Suche blieben die restlichen Maedchen und die Lehrerin verschwunden. Keiner konnte Erklaerungen abliefern und bis heute weiss niemand, ob es sich um einen Trick der Maedchen, etwas uebersinnliches oder natuerliches handelte.
Nun gut, da sollten wir also hoch. Etwas unheimlich war es schon, aber extrem schoen. Zwar war der Aufstieg etwas angestregend, dafuer wurden wir, wie bei jedem anderen Berg auch, mit einem tollen Ausblick belohnt. Eine Ueberraschung erwartete uns jedoch noch: Beim Aufstieg mitten im umliegenden Park sahen wir unser erstes Kaenguru! Es war so suess und graste in der Gegend rum. Wir schlichen uns ein wenig an und schossen Fotos.
Nach diesem Berg fuhren wir auf dem Weg nach Hause noch zu Australiens kleinsten Nationalpark, den Organ Pipes. Es waren Steinformationen, die genauso aussahen wie Orgelpfeifen. Sehr originell von Mutter Natur.
Spaeter musste ich leider noch Arbeiten, ich war total kaputt, aber Arbeit muss sein.

Am Montag hatte ich frei und hatte mal wieder Putztag. Ich musste noch einkaufen gehen, denn es war unserer Kochtag. Es sollte Fajitas geben. Jahaa, wir steigern uns.
Aber bevor es leckeres Essen gab, hatte ich noch James versprochen einer Freundin von ihm einen Gefallen zu tun. Sie war Frisoerazubi und jeden Montag gab es in ihrem Salon Probefrisuren zum ueben. Also fur mich James um 5 hin und es ging los. Kat war total nett, aber noch ziemlich schuechtern. Erst musste sie einen Fragebogen ueber meine Kopfform, Augenfarbe, Kophaut, Haarelastizitaet usw. ausfuellen.
Und dann fing die ganze Prozedur an. Sie sollte sich an einer Fohenfrisur probieren, das stand ganz oben auf ihrer Hausaufgabenliste. Zuerst bekam ich meine Haare gewaschen und sass auf einem Massagesessel. Gosh, war das herrlich. Dann kam der Foehn. Und sie foehnte und foehnte und foehnte. Und foehnte. Ganze 2 1/2 Stunden lang sass ich da und meine Ohren rauschten. Gut, am Ende waren meine Haare trocken. Und gefoehnt, und es war eine Frisur entstanden. Aufgabe erfuellt. Ich konnte jetzt kein ueberwaeltigendes Ergebniss erkennen, meine Haare waren glatt und weich, aber wenn alle zufrieden waren, war ich es auch.
Am Ende, als auch ihre Kollegen fertig waren, musste ich vor der versammelten Mannschaft nach vorne und mich praesentieren. Kat fummelte mir in den Haaren rum und erklaerte allen, dass die gefoehnt hatte.
Da ich keine Ahnung hatte, wo in Melbourne ich war und weil ich schon ein bisschen Panik hatte, meine Mitbewohner waeren schon am verhungern, wollte ich eigentlich mit dem Taxi nach Hause. Aber da rief grad Damian an und wollte mich abholen. Sein Bruder hatte noch sein Auto bei uns stehen. Perfekt.
Dann standen wir am Herd und mixten eine so leckere Fajita-Hackfleisch-Sauce an, schnippelten Gemuese und erwaermten die Tortillas. Alles war so gut, wir konnten und am Tisch alles selber zusammenrollen, hatten Chilli, Guacamole und Saure Sahne. Nach 3 Fajitas konnte ich mich nicht mehr bewegen.

Dienstag war ich shoppen. Ich brauchte noch Arbeitsschuhe. Schwarze gefunden. Ab in den Park, dann zur Arbeit und ab ins Bett.

Mittwoch hatte ich wieder frei und Sandra wollte sich noch bewerben. Also gingen wir in die Stadt. Dann wollten wir eine free Parliament Tour machen, die taeglich durch das Regierungsgebauede Victorias geht. Die Fuehrung war so lahm, der Fuehrer komisch und das Gebaeude zwar prunkvoll aber langweilig.
Dann hatten wir Sushilunch und fuhren nach Hause, denn am Abend fuhren wir ins Kino. Und zwar nicht irgendein Kino, sondern Gold Class Kino, mitten im Crown Complex, DEM Entertainment Centre in der City. Eigentlich kosten die Gold Class Karten $60, wir hatten aber alle fleissig Magnum gegessen und bekamen die Karten also auf der Magnumverpackung umsonst.
Vorher wollten wir noch Essen gehen. Es gab Thailaendisch und das Restaurant war in einer alten Kirche untergebracht. Das Essen war so lecker, der Wein auch. Es gibt hier in Australien so ein Angebot, Bring your own, wo man seinen eigenen Wein mitbringen kann und nur ein paar Dollar fuer das oeffnen bezahlen muss.
Endlich fuhren wir dann zum Kino. Wow! Anders kann ich das Kino nicht beschreiben. Wir kamen an und wurden von einem netten Einweiser an einen Tisch gefuehrt. Wir bekamen Menuekarten und bestellten eine Flasche Wein. Dann wurden wir zu unserem Plaetzen im Kinosaal gefuert. Es gab circa 30 Plaetze, alle extrem komfortable Sessel mit Beistelltisch. Das beste war, dass man die Sessel zur Liege umformen konnte, also lagen wir im Kino und luemmelten uns auf die Kissen. Irgendwann wurde auch der Wein gebracht und die Party ging weiter. Nach der Haelfte des Films waren Sandra und ich schon sehr betrunken und konnten uns nicht mehr auf den Film konzentrieren.
Gut, dass wir dann nach Hause fuhren.

Und jetzt sitze ich hier und warte, dass die Zeit rumgeht. Gleich geht es zur Arbeit.